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Alexandra Friebe zieht in der Mathildenstraße Enger um – Kombination aus Galerie, Verlag, Café und Fotostudio

Geist des „ArtCafés Cadena“ lebt weiter

Enger

Das Fotostudio Friebe zieht um. Kunden müssen sich allerdings nur ein wenig umorientieren, denn Alexandra Friebe zieht aus der Mathildenstraße 9 nur ein paar Häuser weiter in die Nummer 14, das ehemalige ArtCafé Cadena.

Von Daniela Dembert

Haben gemeinsam die Weichen für ein neues Geschäft und einen kulturellen Anlaufpunkt in Enger gestellt: Bürgermeister Thomas Meyer, Fotografin und Softwareentwicklerin Alexandra Friebe und Immobilienbesitzer Diedrich Weber (von links). Foto: Daniela Dembert

Schon schnell sei ihr klar geworden, dass in ihrem Ende Februar eröffneten Studio „chronischer Platzmangel“ herrsche, so Friebe. In einem zufälligen Gespräch mit Inhaberin Anja Weber sei die Idee in ihr gereift, den Geist des ArtCafés aufzugreifen und weiterzuführen.

Auf 230 Quadratmetern soll eine Kombination aus Galerie, Verlag, Café und Fotostudio entstehen. „Schon beim ersten Gespräch fiel auf, dass die liebevollen Details, die meine Frau hier etabliert hat, von Alex wertgeschätzt und wieder in Szene gesetzt werden“, erzählt Immobilienbesitzer Diedrich Weber zufrieden. Friebe ist von den Räumlichkeiten begeistert: „Das hat Stil, das hat Klasse. Es wirkt wohnlich, nicht steril, anders als die meisten geweißten Galerien.“ Besucher sollen sich wie in einem Wohnzimmer fühlen und verweilen, deshalb wird es künftig auch Kaffee und vermutlich sogar Kuchen bei „Design Is Art“, wie Friebe firmiert, geben.

Im hinteren Teil der Geschäftsräume entstehen das Fotostudio, ein Druckraum für Prints in einer maximalen Breite bis zu 1,18 Meter und die Arbeitsplätze für Friebes Haupterwerb, die Software-Entwicklung. Im vorderen Café- und Galeriebereich möchte die Kunstliebhaberin künftig Künstlern aus der Region eine Möglichkeit geben, sich für jeweils drei Monate zu präsentieren.

Bei ihrem mutigen Projekt – Friebe verdreifacht ihr Geschäft räumlich – wird die Fotografin von der Stadt Enger mit Landesmitteln aus dem Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte in NRW unterstützt. 70 Prozent der Kaltmiete werden bis Ende 2023 von Land und Kommune übernommen. „Das ist das dritte Geschäft dieser Art, das wir fördern und somit einen Leerstand neu besetzen können. Mieter können ihr Projekt erstmal ohne große Kosten ans Laufen bringen“, erklärt Bürgermeister Thomas Meyer. Aktuell seien noch Mittel für weitere Start-ups verfügbar.

Friebe freut sich: „Für mich bedeutet das, Investitionen, die für das Geschäft gut wären, nicht erst schieben zu müssen.“ Meyer gefällt, „dass es nicht irgendeine Nachnutzung, sondern in gewisser Weise eine Fortsetzung gibt“, denn das Café von Anja Weber sei ein Anziehungspunkt gewesen, auch für Gäste von außerhalb. Überzeugt von Friebes Idee, haben die Webers bereits eine Mietvereinbarung über die förderfähige Zeit hinaus mit Friebe geschlossen. „Das Konzept passt einfach in die kulturelle Landschaft Engers“, findet Diedrich Weber.

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