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Sabine Jahnke-Wippermann eröffnet neues Spielwarengeschäft am Kirchplatz in Enger

Hier wird Einkaufen zum Erlebnis

Enger (WB)

Sabine Jahnke-Wippermann hält zwei ungewöhnliche Haustiere: einen Braunbären namens Jonas und einen Saurier, der als Vertreter einer vegetarischen Gattung jedoch ein ungefährlicher Zeitgenosse ist. Beide wohnen im Schaufenster des Spielzeuggeschäfts, das die Engeranerin derzeit in den Räumen des ehemaligen Bekleidungsgeschäfts Böckstiegel, Kirchplatz 11, einrichtet.

Daniela Dembert

Sabine Jahnke-Wippermann sitzt im Schaufenster ihres Ladens „Memories – Spiel und Spaß“, in dem Kinder sicher viele schöne Erinnerungen sammeln werden. Foto:

„Memories – Spiel und Spaß“ soll ihr Laden heißen und „ein Anziehungspunkt für Kinder werden“. Lego, Laufräder, Puppen, Puzzles, Spiele, Bücher – all das soll in ihrem Geschäft Platz finden, darunter diverse Artikel, beispielsweise Bastelbedarf, Jonglagetücher, Diabolos, Sportspielzeug und Bälle, die es nicht in jeder Spielwarenabteilung gibt. „Man kann auch jederzeit kommen und seinen Ball bei mir aufpumpen lassen“, sagt die Unternehmerin.

Etwas Besonderes soll ihr Geschäft werden. „Ich glaube, das ist der einzige Weg, die Menschen davon abzubringen, im Internet zu bestellen.“ Jahnke-Wippermann setzt auf das Stöber- und Kauferlebnis, welches zwischen den Regalen der Kaufhäuser doch eher nüchtern ausfalle. Deshalb darf bei ihr ausprobiert werden. Die Trennwand zum Schaufenster wurde entfernt und die Fläche mit hochflorigem Kunstrasen ausgelegt. Hier sollen Kinder sitzen und in Büchern schmökern, auf dem Dino reiten oder sich mit Bär Jonas fotografieren lassen. „Der Dino kann auch schreien, und zwar so laut, dass man ihn auf der Straße hören kann“, erzählt Jahnke-Wippermann und ergänzt grienend: „Das finde ich richtig gut.“ Gehen könne er auch und solle, sobald Corona überstanden ist, auch seinen Auslauf bekommen – gern mit einem kleinen Reiter auf dem Rücken. Schließlich weiß die ehemalige Grundschullehrerin, was Kinderherzen höher schlagen lässt.

Nichts in ihrem Laden ist „von der Stange“. Monatelang hat sie in liebevoller Detailarbeit das Interieur zusammengetragen. Stimmig soll es sein. Ein wenig nostalgisch und verwunschen. Ladentheke und Kasse sind aus der Gründerzeit, die Luftballonleuchte über dem Tresen kommt aus Dänemark und auch Bär Jonas hat eine Geschichte. „Den habe ich bei Ebay entdeckt. Der Verkäufer wollte ihn an denjenigen mit der schönsten Geschichte vergeben. Und weil der Bär früher auch schon in einem Spielwarengeschäft gestanden hat, habe ich ihn bekommen“, berichtet die angehende Spielzeughändlerin. Sogar der charakteristische Neonschriftzug, der oberhalb der Fensterarkaden an das einstige Damenkonfektionsgeschäft erinnert, wird derzeit aufgearbeitet und soll künftig wieder die Fassade zieren. „Alles in enger Absprache mit dem Hauseigentümer, dem selbst sehr daran gelegen ist“, versichert Jahnke-Wippermann. Das Ladenlokal habe die Atmosphäre, die sie sich für ihr Geschäft vorstelle. „In einem anderen hätte ich das nicht gemacht.“

„Einen Neustart, ein Experiment“ sieht die Engeranerin in ihrem Vorhaben. Lange schon habe sie überlegt, noch einmal etwas völlig anderes machen zu wollen und erfüllt nun ihre ganz eigenen Vorstellungen.

Wann genau sie ihre Schatzkammer für die Kundschaft öffnet, macht Jahnke-Wippermann nicht zuletzt von der Corona-Pandemie abhängig, „aber vermutlich Ende März.“

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