1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Enger
  6. >
  7. „Jeder sollte seinen Dachboden prüfen“

  8. >

Engeraner Handwerksmeister Stefan Lewe gibt Tipps – große ausgebreitete Folie macht das Entfernen einfacher

„Jeder sollte seinen Dachboden prüfen“

Spenge/Enger (WB)

Pulvrige Schneemassen auf dem Dachboden – die haben auch Bürger in Enger und Spenge entdeckt. Ein Schreck. Dachdeckermeister und Energieberater Stefan Lewe aus Enger hat in den vergangenen Tagen schon einige Dutzend Anrufe in dieser Angelegenheit erhalten.

Kathrin Weege

Vor allem die Ostseiten ältere Ziegeldächer seien vom Eindringen des pulvrigen Schnees betroffen gewesen, sagt Dachdeckermeister Stefan Lewe. Foto:

„Besorgte Bürger haben gefragt: Was soll ich tun?“, berichtet er. Der Schnee müsse so schnell wie möglich abgeräumt werden, bevor es taut. „Betroffen waren vor allem die Ostseiten der Ziegeldächer, durch die der feine Pulverschnee eingedrungen ist“, berichtet Lewe, der selber Böden gesehen hat, auf denen der Schnee bis zu eineinhalb Metern hoch gelegen hat.

Gerade ältere Dächer seien gefährdet. Die, die heute gebaut würden, seien gut genug gegen die Schneemassen gedämmt. Das gelte in der Regel auch für Häuser, die in den vergangenen 15 Jahren ein neues Dach erhalten haben. „Da sind so genannte Unterspannbahnen installiert. Allerdings halten die den Schnee nur sicher ab, wenn sie übereinander und nicht aneinander verklebt sind“, sagt der Experte. Wer jetzt den Ärger mit dem Pulverschnee hatte, mag denken, ich rüste mein Dach nach. Doch das ist nicht ganz so einfach. In aller Regel müssen die Pfannen dafür abgenommen und das Dach erneuert werden.

Wer einen unausgebauten Boden hat, für den hat Stefan Lewe einen Tipp parat: „Einfach für die Winterzeit eine Folie auf dem Boden auslegen. Dann lässt sich der Schnee besser entfernen und es wird kaum etwas nass“, empfiehlt er.

Es sei über die Generationen einiges an Wissen verloren gegangen. Vielleicht auch, weil es in den vergangenen Jahren immer seltener Schneegegeben hat.

Die Bürger sind nicht mehr so darauf vorbereitet. „In den 50er, 60er Jahren hatten die Leute noch Zinkwannen auf dem Dachboden stehen. Da wurde der Schnee dann reingeschüppt“, blickt der Engeraner zurück.

Schneeschäden oft nicht versichert

Wenn es nach dem Eindringen des Schnees zu einem Wasserschaden kommt, greift keine Versicherung. „Die Gebäudeversicherung deckt nur Schäden durch Sturm, Feuer und Leitungswasser ab. „Eine erweiterte Elementarschadenversicherung hilft unter anderem bei Schäden durch Schneelast – wie sie immer mal wieder bei Flach- und Hallendächern vorkommen“, erklärt Wolfgang Bröcker, Geschäftsstellenleiter von „Die Continentale“, Spenge.

Startseite