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Horst Raack aus Enger gewinnt Sonderpreis bei venezianischer Online-Veranstaltung

Karnevals-Motto perfekt getroffen

Enger (WB).

„Das war weder vorhersehbar noch geplant. Eher spontan haben wir mitgemacht und eigentlich mit nichts gerechnet.“ Der Kostümdesigner Horst Raack hat am virtuellen Maskenball des venezianischen Karnevals teilgenommen und den Preis für die beste Umsetzung des diesjährigen Mottos „Tradition, Emotion und Digitalisierung“ gewonnen.

Daniela Dembert

„Shakespeare TV“ heißt das Kostüm, mit dem Hobby-Designer Horst Raack beim Online-Maskenball von Venedig den Preis für die beste Umsetzung des Mottos gewonnen hat. Foto:

„Mir war zuerst gar nicht bewusst, dass dieses Kostüm besonders gut zum Motto passen könnte“, meint der gelernte Goldschmied. Aber die Jury habe befunden, dass seine Kreation „Shakespeare TV“ in besonderer Weise die Verbindung der digitalen und der analogen Welt und damit zweier verschiedener Zeitalter darstelle.

Eigentlich hatte der Engeraner beschlossen, in diesem Jahr nicht am venezianischen Karneval, bei dem seine Kostümmanufaktur Costumi nach zahlreichen Prämierungen längst einen hohen Bekanntheitsgrad hat, teilzunehmen.

Da der Straßenkarneval in der Lagunenstadt pandemiebedingt abgesagt werden musste, haben die Organisatoren zu einer Online-Veranstaltung eingeladen. Von einer Freundin, die schon mehrfach Kostüme von Horst Raack im Wettbewerb getragen hat kam der Hinweis.

Mit dem Outfit „Shakespeare TV“ hatte der Engeraner schon 2013 an der Kostümkür teilgenommen und das Finale erreicht, aber nicht gewonnen, so dass er dieses ein weiteres Mal ins Rennen schicken konnte.

Nach einer Foto-Bewerbung wurde eine Auswahl von Teilnehmern zu einer Live-Videopräsentation eingeladen. Diese technische Hürde war für manche Mitbewerber schon das K.O.-Kriterium. Mit Unterstützung seines Ehemanns, der sich um die technischen Finessen und eine ansprechende Filmaufnahme kümmerte, habe er an der Show teilnehmen können, berichtet der Hobby-Designer.

„Da das Kostüm für unsere Freundin, eine sehr zierliche Person, geschneidert wurde, passt es mir eigentlich gar nicht“, gesteht Raack ein Dilemma. Tricksen war angesagt: er schlüpfte in Rock und Kopfschmuck und ließ sich das Oberteil vor den Leib binden. Ein Umhang kaschierte die Rückenpartie.

Nach dreitägigen Vorausscheidungen gingen am Sonntag 15 Jury-Finalisten und ein Publikumsliebling in die Endausscheidung, aus der Raack am Abend als einer von drei Siegern hervorging.

„Schön, dass in der Zeit, in der kaum Kulturelles stattfinden kann, wenigstens auf diese Weise etwas in Gang gebracht wird“, resümiert Raack. Allerdings sei die Show, die ohnehin schon einen viel eingeschränkteren Rahmen als üblich hatte, einzig über Instagram zu verfolgen gewesen, so dass auch der Publikumskreis überschaubar gewesen sei. „Das war schade.“ Trotzdem sei er froh, dabei gewesen zu sein. „Der Sieg freut mich natürlich und liefert wieder einen Grund, weiterzumachen“, sagt Horst Raack.

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