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Kreis Herford kann jetzt selbst über Impfungen bestimmen

Klarheit für Schwerkranke

Kreis Herford (WB)

Gute Nachricht für Schwerkranke, die eine Corona-Impfung benötigen: Mit dem „Erlass zur Impfung der Bevölkerung gegen Covid 19“ der Landesregierung hat der Kreis Herford fortan die Möglichkeit, selbst über die vorzeitige Impfung von Menschen mit Vorerkrankungen zu entscheiden.

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Der Fahrplan für Impfungen von Schwerkranken im Kreis Herford steht fest. Foto: dpa

LandratJürgen Müller hatte bereits vor einigen Wochen eine solche Regelung gefordert, nachdem mehr als 150 Anfragen bezüglich priorisierter Impfungen beim Kreis-Gesundheitsamt eingegangen waren.

Die festgelegten Regelungen sehen wie folgt aus: Grundsätzlich wenden sich Personen mit Vorerkrankungen an ihren Hausarzt oder behandelnden Arzt. Er wird ein Zeugnis über eine Priorisierung ausstellen. Der Arzt bescheinigt die Zugehörigkeit zur Gruppe 2 (hohe Priorität) oder Gruppe 3 (erhöhte Priorität). Auch Informationen zur Terminvergabe gibt‘s vom Hausarzt.

Personen mit seltenen Vorerkrankungen, die nicht in der Impfverordnung aufgeführt und somit nicht explizit bei der Definition der Gruppen 2 und 3 genannt sind, sowie Menschen mit einem sehr hohen oder hohen Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf können beim Kreis einen Antrag auf Impfung stellen. Dieser zielt auf die Zuordnung in die Impfgruppen ab.

Weiter gibt es sogenannte übergesetzliche Einzelfallentscheidungen: Außergewöhnliche Einzelfälle, die aufgrund einer Erkrankung, die nicht explizit bei der Definition der Gruppen 2 und 3 genannt ist und auf eine vorgezogene Impfung angewiesen sind, können beim Kreis einen „Höchstprioritätsantrag“ stellen. Zu diesen Fällen zählen etwa eine bevorstehende Organtransplantation oder eine unmittelbare Chemotherapie. Für den Antrag müssen keine ärztlichen Zeugnisse, jedoch alle vorliegenden Befunde eingereicht werden. Wird der Antrag bewilligt, können die Personen sofort ein Impfangebot bekommen.

Anträge können per Fax an 05221/13172150 oder per Mail an impfzentrum-beschwerdestelle@kreis-herford.de gesendet werden.

Wer zu den Gruppen 2 und 3 gehört, ist durch die Coronavirus-Impfverordnung definiert. Ab dem 8. März können Berufsgruppen der Gruppe 2 geimpft werden. Die Arbeitgeber der relevanten Berufsgruppen können eine Bescheinigung ausstellen. Informationen zum Ablauf der Terminvergabe gibt der Kreis zeitnah bekannt. Diese Personengruppe soll vorrangig mit Astrazeneca geimpft werden – sofern die Personen nicht älter als 65 Jahre sind.

Ab Ende März sollen die Personen der Gruppe 2 mit Vorerkrankungen wie schwerer Diabetes geimpft werden. Den Nachweis einer Vorerkrankung kann der Hausarzt bescheinigen.Ab Mai soll Personen über 70 Jahren ein Angebot gemacht werden. Hierzu werden die Kommunen über Termine informieren.

Der Zeitplan für Impfungen der Gruppe 3 ist noch offen. Die in der Tabelle aufgeführten Berufsgruppen der Gruppe 3 wenden sich an ihren Arbeitgeber. Personen über 60 Jahre werden postalisch von den Kommunen informiert.

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