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Marion Haubrock stellt Treibhölzer im Gerbereimuseum Enger aus - mit Video

Kunst, die aus dem See kommt

Enger (WB). Der Rohstoff für ihre Kunst liegt förmlich im Wasser. Mit »Treibholz trifft Trödel« ist deshalb auch die Ausstellung betitelt, die Marion Haubrock ab Sonntag, 1. Juli, in der Galerie im Gerbereimuseum (GIG) Enger bestückt.

Gerhard Hülsegge

Marion Haubrock fischt das Holz, das sie lediglich ölt und zu Kunstwerken verarbeitet, vielfach aus einem See in Schweden. Reste eines Elektrozaunes verändern so zum Beispiel Reste eines angeschwemmten Stammes zu einem Gesicht. Foto: Gerhard Hülsegge

»Vor 20 Jahren haben wir ein Bauernhaus in Schweden geerbt. Es liegt direkt am See«, erzählt die 71-Jährige, die mit Ehemann Manfred, der in Enger groß geworden ist, in Osnabrück wohnt. Seit 15 Jahren widmet sich die ehemalige Sport- und Gymnastik-Lehrerin intensiv der Kunst. Das Rohmaterial hierfür fischt sie zum großen Teil aus dem Fryken-See in Lysvik in Mittelschweden.

Trödel als Verzierung

Auffällig geformte Hölzer, meist Treibholz vom Seeufer, altes, rostiges Werkzeug, besondere Steine, auch von Bornholms Küste oder aus Neusseeland, wo einer ihrer drei Söhne wohnt, vereint Haubrock mit viel Fantasie zu Bildern, Figuren und Gartenobjekten. Aus diesen Kombinationen entstehen wiedergewonnene Schönheiten wie der »Butt«. Als Verzierung dient vielfach Schrott von Flohmärkten. Alte Kommoden-Griffe, Uhrwerke, Bohrer, Sicheln und Teile eines Elektrozaunes werden zu besonderen Hinguckern weiterverarbeitet.

»Wenn ich das nasse Holz aus dem See ziehe, muss es lange trocknen«, sagt die Künstlerin. Dann werde es lediglich geölt, damit die Maserung besser zu erkennen ist und das Holz länger hält. Treibholz fasziniert Marion Haubrock. »Es ist ästhetisch und schön«, sagt sie. Mit Laubbesen und Gummistiefel geht die Künstlerin zu Werke und fischt das Naturprodukt aus den Gewässern. Stürme in Schweden sorgen für reichlich Nachschub an Birke, Tanne, Eiche und anderem Gehölz aus dem Mischwald. Manchmal ist es so prägnant geformt, dass es nur noch gerahmt werden muss, sagt die Künstlerin.

Vernissage am Sonntag

»Ich fertige auch Lampen, Weihnachtsbäume und Märchenfiguren«, berichtet Haubrock, die auch an der Adolfstraße 3 in Osnabrück regelmäßig Ausstellungen zu Ostern und in der Adventszeit durchführt. Im Gerbereimuseum sind ihre Werke bis zum 18. August erstmals zu sehen. Etwa 50 Objekte dürfen die Besucher bestaunen. »Und selbst überlegen, was sie damit anfangen können«, betont die Künstlerin.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag ab 11.30 Uhr gibt Hans-Heinrich Ulhaas aus Osnabrück eine Einführung. »Die Streichhölzer«, ein Ensemble aus Kindern und Jugendlichen der Musikschule Enger-Spenge unter Leitung von Dimitrij Samaschkin-Lang, musizieren dazu. Die Ausstellung im Gerbereimuseum am Hasenpatt 4 ist samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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