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Henning Möller züchtet und verkauft 80 verschiedene Sorten

Kürbisbauer aus Leidenschaft

Enger(WB). Versteckt hinter einer Mauer, im Schatten alten Baumbestands, liegt der Hof Möller. Dass das Gehöft an der Wertherstraße jeden Herbst trotzdem für alle Vorbeifahrenden ein echter Hingucker ist, liegt an seiner Dekoration.

Daniela Dembert

Sieht aus wie ein Sitzsack, ist aber ein riesiger Kürbis von etwa 65 Kilogramm, auf dem Henning Möller Platz genommen hat. Etwa 80 Sorten bietet der Engeraner zum Verkauf an. Foto:

Leuchtend orange Kürbisse zieren Mauer und Einfahrt, auf dem anliegenden Feld steht ein hübsch hergerichteter Wagen, der schon von Weitem auf die große Vielfalt hinweist, die die Besucher auf der Deele des Hofes erwartet.

80 Sorten liegen bereit

Neben Zuckerrüben und Getreide züchtet Familie Möller seit einigen Jahren Kürbisse. Etwa 80 Sorten liegen gegen einen Obolus bereit zur Mitnahme. »Das läuft auf Vertrauensbasis und kommt bei allen Besuchern sehr gut an«, sagt Henning Möller, der die Landwirtschaft von seinen Eltern übernommen hat und nebengewerblich betreibt.

2011 hatten die Möllers erste Gehversuche in Sachen Kürbiszucht unternommen. »Damals als Ergänzung zu unserem Blumen-Selbstpflückerfeld«, blickt Henning Möller zurück. Der Absatz sei nur sehr mäßig gewesen. Ihr Saatgutlieferant habe der Familie zu einer Erweiterung der Auswahl und zum Verkauf des fruchtigen Gemüses in der Deele geraten. »Seitdem läuft’s«, sagt der Westerengeraner.

Mit dem Abau kam die Leidenschaft für das Gemüse

»Früher«, erzählt Henning Möller schmunzelnd, »hatte ich für Kürbisse nicht viel übrig. Da gab es einmal im Jahr von einer Nachbarin ein Kürbisbrot geschenkt, ansonsten kannte ich die süß-sauer eingelegte Variante, die ich nicht besonders mochte.« Erst mit dem Anbau sei die Leidenschaft für dieses Gemüse gewachsen und die Familie habe angefangen, verschiedene Rezepte auszuprobieren. Mittlerweile habe sich bei ihm, Ehefrau Natascha Kunert-Möller und den Kindern Ole und Janne eine echte Begeisterung für die vielen Formen, Farben und Aromen entwickelt.

Viel Handarbeit

Jedes Jahr sei er aufs Neue fasziniert von den Gewächsen, die von der Saat Ende April bis zur Ernte ab Anfang September die teils riesigen Früchte entwickeln. »Und das ganz ohne Chemie«, betont Möller. Viel Handarbeit sei vor allem zu Anfang erforderlich, um die zarten Pflanzen unkrautfrei zu halten. »Später, wenn sie ihr dichtes Blätterdach ausgebreitet haben, hat Unkraut sowieso nicht mehr viele Chancen.« Auch die Ernte, bei der die ganze Familie anpackt und von Nachbarkindern unterstützt wird, läuft manuell. Jeder Kürbis wird von Hand geschnitten und auf den Erntewagen gelegt, kleinere Früchte werden in Kisten gesammelt. Die richtig großen Exemplare von 60 Kilogramm können nur zu zweit auf den Wagen gewuchtet werden.

Saisonaler, regional erhältlicher Genuss

Kürbis, meint Henning Möller, entspreche dem momentanen Zeitgeist. Als saisonaler, regional erhältlicher Genuss und tolle, natürliche Deko sei er einfach ein echter Allrounder. In Anbetracht der klimatischen Entwicklungen mit sonnenreichen, eher trockenen Sommern hat der aus den südlicheren amerikanischen Gefilden kommende Kürbis auch in diesen Breiten eine solide Zukunftsperspektive als Nahrungsmittel. Den meisten Absatz haben die Westerengeraner Kürbisbauern jedoch bei Schnitzkürbissen, die als lustig oder gruselig gestaltete, von innen beleuchtete Fratzen in den Oktoberwochen die Hauseingänge zieren.

Vor Halloween sind Schnitzkürbisse gefragt. Dieser hier klemmt sich frech eine Walnuss zwischen die »Zähne«. Foto: Dembert
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