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Stephanie Lange übernimmt Leitung der Anna-Seeger-Kindertagessstätte

Mal Bürostuhl, mal Picknickdecke

Enger (WB). Kaum hat Stephanie Lange sich mit der Gitarre auf dem Schoß auf die Picknickdecke gesetzt, scharen sich zwei Dutzend erwartungsvolle Augen um sie. Anfang April hat sie die Leitung der evangelischen Anna-Seeger-Kindertagesstätte in Westerenger übernommen – und damit nach 40 Jahren Hanna Riechmann-Holzwarth abgelöst.

Daniela Dembert

Seit Anfang April ist Stephanie Lange die neue Leiterin der Anna-Seeger-Kita in Westerenger. Trotz der Arbeit im Chef-Büro genießt sie es, gemeinsam mit den Kindern zu musizieren. Der Kirschbaum im Garten bietet ein lauschiges Plätzchen. Foto: Daniela Dembert

Das Lied »Wo zwei oder drei« wird jetzt im Schatten des Kirschbaumes im Garten der Kita angestimmt. Den Kindern gefällt die Spontaneinlage und sie verlangen direkt nach einem weiteren Lied. Musik, das ist Stephanie Langes Ding. »Sie öffnet Türen, ist Bindeglied und hilft, einander ganz unbefangen kennenzulernen«, meint die Preußisch Oldendorferin. Diese Eigenschaften nutzt Lange, die sich nach eineinhalb Monaten im neuen Wirkungsfeld noch in der Kennenlernphase befindet. Mit 14 Kolleginnen, 89 Kindern und deren Familien gilt es, bekannt zu werden.

Projektchor aus Eltern und Erzieherinnen

»Die Grundlage für gute pädagogische Arbeit liegt im Zusammenspiel mit dem Elternhaus«, findet Stephanie Lange und möchte einen Projektchor aus Eltern und Erzieherinnen auf die Beine stellen, der sein Debüt bei der Verabschiedung der künftigen Schulkinder haben soll.

Musik eröffnet ihr viele Möglichkeiten, habe die gelernte Heilerziehungspflegerin in sechs Jahren Berufspraxis in einer heilpädagogisch arbeitenden Kita in Belke-Steinbeck festgestellt.

Arbeit mit zwei Inklusionsplätzen

Die Westerengeraner Tagesstätte arbeitet mit derzeit zwei Inklusionsplätzen. »Integration und Inklusion sind für mich Riesenthemen. Gemeinsames Lernen ist wichtig, weil Kinder unheimlich viel von einander lernen. Dafür schlägt mein Herz«, betont Stephanie Lange.

In die Arbeit mit behinderten Menschen hinein geschnuppert hatte sie nach dem Abitur während eines sozialen Jahres. »Danach war mir klar, so etwas will ich beruflich machen«, blickt sie zurück. Der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin folgte eine Weiterbildung im Sozialmanagement. Seit 2010 ist die 31-Jährige in verschiedenen Kitas des Kirchenkreises Herford tätig, seit 2015 in leitenden Positionen.

Kontakt zu den Kindern wichtig

Eigene Kinder hat Stephanie Lange noch nicht, will trotz ihrer Leitungsposition aber auf keinen Fall den Bezug zu den Kindern verlieren: »Mir ist der Kontakt zu den Kindern sehr wichtig. Nicht zuletzt, weil er Grundlage für die Arbeit mit den Eltern ist. Deshalb bin ich immer noch für einige Stunden im Gruppendienst mit eingeteilt.« Was sie sich für die Zukunft wünscht? »Die Kita ist im Dorf unheimlich gut vernetzt. Ich möchte dieses Netzwerk aufrecht erhalten.«

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