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Bibliotheksleiterin Christel Euler stellt Jahresbilanz vor – neue Veranstaltungen geplant

Mehr E-Books, weniger Bücher

Enger (WB). Der allgemeine Trend sinkender Besucherzahlen macht auch vor der Engeraner Bücherei nicht Halt. 1200 Besucher weniger als im Vorjahr kamen 2018 an die Bahnhofstraße, um sich Bücher auszuleihen oder an einer Veranstaltung teilzunehmen.

Christina Bode

16.805 Besucher kamen 2019 in die Engeraner Bücherei. Leiterin Christel Euler stellte dem Haupt-, Finanz- und Kulturausschuss am Montag die aktuellen Zahlen vor. Während Bücher rückläufig sind, werden immer mehr E-Medien ausgeliehen. Foto: Christina Bode

Die Mitglieder des Haupt-, Finanz- und Kulturausschusses, denen Büchereileiterin Christel Euler die Bilanz des vergangenen Jahres am Montagabend vorstellte, sind dennoch zufrieden mit der Entwicklung.

Leseverhalten hat sich verändert

„Seitdem Kinder auch die Nachmittage vermehrt in der Schule verbringen, kommen sie nicht mehr so häufig in die Bücherei“, hat Christel Euler in den vergangenen Jahren beobachtet. Und auch das Leseverhalten der Menschen habe sich verändert.

16.805 Besucher kamen 2019 in die Engeraner Stadtbücherei (Vorjahr 18.102). Mit der Entscheidung, sich dem Verbund „OnleiheOWL“ anzuschließen, habe man alles richtig gemacht, sagte Euler. Während die konventionellen Ausleihen um acht Prozent zurückgingen (36.174), habe man bei den E-Medien einen leichten Zuwachs verzeichnen können. 21 Prozent der Ausleihen entfallen mittlerweile auf die E-Medien.

Um die Verwaltung der „OnleiheOWL“ stemmen zu können, richte die Kultur GmbH Herford ab Oktober 2020 eine professionelle Geschäftsführung mit einer Halbtagsstelle ein, berichtete Euler. Die Personalkosten werden auf die teilnehmenden Bibliotheken umgelegt. Für Enger sind das zusätzlich 750 Euro im Jahr. Insgesamt gehören dem Verbund 36 Bibliotheken an, Spenge und Rödinghausen wollen sich in diesem Jahr anschließen.

Veranstaltungen und Führungen

Auch neben dem Tagesgeschäft war in der Bücherei 2019 immer was los. Zu mehr als 40 Veranstaltungen (Vorjahr 33) und Bibliotheksführungen sind 484 Kinder und 498 Erwachsene gekommen. Die Lesepaten des Generationentreffs haben mit elf Vorlesestunden 67 Kinder und 33 Erwachsene erreicht. Von neun VHS-Veranstaltungen war ein Vortrag zur Patientenverfügung mit 43 Zuhörern am besten besucht. Erstmalig haben der Landfrauenverband und die Stadtbücherei einen Abend mit dem Buchhändler Jochen Liebold organisiert, der 40 Zuhörern einen Querschnitt von Neuerscheinungen präsentierte. Gut besucht waren auch der Flohmarkt, ein Großeltern-/Enkel-Nachmittag und der Schoki-Lese­start für Kinder zwischen 18 und 30 Monaten.

Ein Erfolg sei auch die interkulturelle Lesereise in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum gewesen, bei der Bücher in zwei Sprachen vorgelesen wurden. „Das wollen wir in diesem Jahr wieder machen, allerdings versuchen wir mit der Ausweitung des Zeitraums die doppelte Anzahl an Kindern zu erreichen“, sagte Euler.

Inforeihe mit der VHS

Darüber hinaus habe die Bücherei eine regelmäßige Inforeihe mit der VHS eingeführt, die sehr gut angenommen werde. Auch an der landesweiten „Nacht der Bibliotheken“ hat die Bücherei wieder teilgenommen. Rappelvoll war die Vorstellung der „Bar zum Krokodil“ der Kulturdeele Dreyen. „90 Besucher fanden in der Kinderbücherei Platz, 50 mussten wir leider absagen“, erinnerte sich Christel Euler.

Auch für das laufende Jahr sind wieder einige Veranstaltungen geplant. „Bis zu den Sommerferien sind Vorlesestunden, Bücherflohmarkt sowie vier VHS-Vorträge terminiert, ebenso der Schoki-Lesestart“, berichtete Euler.

Neues Streaming-Angebot

Mit einem neuen Angebot will die Bücherei vor allem Jugendliche erreichen. „Freegal Music Service“ ist ein Angebot, über das Besitzer des Büchereiausweises Musik oder Hörbücher streamen und herunterladen können. Die Ersteinrichtungskosten nimmt Christel Euler aus ihrem Medienetat. „Dafür müssen wir bei den Sachbüchern dann ein wenig sparen“, sagte sie. Die Mitglieder des Ausschusses sagten der Büchereileiterin daraufhin zu, bei den nächsten Haushaltsplanungen den Etat aufzustocken.

Ein Wunsch der Büchereileiterin wäre es, auch die bei Kindern beliebten Tonie-Boxen ins Programm aufzunehmen. „Da dies aber eine kostenintensive Anschaffung ist, werde ich mich auf die Suche nach einem externen Unterstützer begeben“, sagte sie.

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