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Kumiko Ogawa-Müller gibt Orgelkonzert in der Stiftskirche Enger – Spenden für Ukraine erbeten

Musik von Leid und Trost

Enger

„Als ich kürzlich beim Friedensgebet Ausschnitte aus Marcel Duprés Vertonung des Kreuzwegs gespielt habe, waren die Menschen sehr bewegt“, erzählt Kumiko Ogawa-Müller. Das emotionsgeladene Werk wird auch bei ihrem Orgelkonzert am Sonntag, 20. März, um 19 Uhr in der Stiftskirche zu hören sein.

Von Ruth Matthes

Käti Leimann (Presbyterium) und Christoph Ogawa-Müller (Kunstlandschaften) laden gemeinsam mit Organistin Kumiko Ogawa-Müller zum Konzert zugunsten der Ukraine-Hilfe ein. Foto: Ruth Matthes

„Geschrieben hat Dupré ‚Le Chemin de la Croix‘ nach dem Ersten Weltkrieg, der auch die Musik verändert hatte“, sagt Christoph Ogawa-Müller, Vorsitzender des Vereins Kulturlandschaften Enger, der das Konzert in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Enger veranstaltet. „Seine spannungsreiche Tonsprache drückt das Leiden Jesu und das Leid der Gegenwart des Komponisten aus“, erklärt er. Es schlage auch die Brücke von 1931 ins Heute, das vom Ukraine-Krieg überschattet ist. Aus diesem Anlass hat der Verein sich auch entschlossen, dieses Mal, bei freiem Eintritt, Spenden für die Ukraine-Hilfe der Diakonie und die Unterstützung von Hilfsangeboten vor Ort zu sammeln.

Als Gegenstück zum Kreuzweg hat Kumiko Ogawa Müller eine Vertonung des Magnificats, des Lobgesang Mariens, von Joseph Rheinberger ausgewählt: „Der neutestamentliche Hymnus vermittelt Trost, Hoffnung und innere Erfülltheit“, sagt sie.

Den Rahmen um diese beiden Werke bilden das Praeludium und die Fuge Es-Dur von Johann Sebastian Bach. Ein Werk, das die langjährige Organistin der Stiftskirche (1977 bis 2015) seit 40 Jahren interpretiert, an dem sie aber immer noch neue Aspekte entdeckt. „Das Präludium ist im Stil der französischen Ouvertüre, also höfischer Musik, geschrieben, jedoch mit liturgischen Symbolen in der Melodieführung gestaltet“, erklärt Ogawa-Müller. So finden sich zum Beispiel Akkordfolgen, die auf die Dreifaltigkeit hinweisen.

Damit die Zuschauer auch etwas fürs Auge haben, sind in der Kirche – neben dem bildgewaltigen Altar – auch eine Kreuzskulptur von Erna Hellinge-Bucher sowie von Eberhard Hellinge „Seelenbilder“ in Form von Vogelgestalten zu sehen. Das Konzert wird auch aufgenommen und in Kürze bei Youtube zu sehen sein.

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