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Claudia Schütte integriert Geschäft in ihren Blumenladen – Anlass war die Bekanntgabe, dass Kuhlmann schließt 

Neue Buchhandlung eröffnet 

Enger (WB). Die Nachricht, dass die Buchhandlung Kuhlmann schließt, hat viele wie ein Schlag getroffen. Eine Stadt ohne Bücher? Unvorstellbar. Jetzt aber steht fest: Enger bleibt belesen. Claudia Schütte eröffnet in ihrem Blumengeschäft »Blüten Flair« in der Steinstraße »Das Haus der Bücher«. Offizieller Verkaufsstart ist am 16. Juni.

Kathrin Weege

Claudia Schütte verkauft ab jetzt in ihrem Blumengeschäft »Bluten Flair« auch Bücher und Schulbedarf. Unterstützt wird die dabei von ihrer Mutter Jutta Friedhoff. Blumen wird es aber auch weiter im gewohnten Umfang geben. Foto: Kathrin Weege Foto:

 Ein Kinderbuch nach dem nächsten sortiert die gelernte Floristin ins Regal ein. Die aktuellen Bestseller stehen direkt daneben. »Täglich kommen neue Bücher«, erzählt die 33-Jährige, während sie das »Wachsen Kartoffeln auf Bäumen?« einsortiert. Bereits jetzt hat sie die ersten Exemplare verkauft. »Seit Donnerstag ist das Filialgewerbe angemeldet«, sagt Schütte.

 Blumen, Weine und Bücher. Passt das? Wie kommt man auf diese Idee? »Als ich gehört habe, dass Kuhlmann schließt, kam mir und meinem Mann Björn ziemlich sofort der Gedanke, dass wir das Buchgeschäft mit in meinen Laden integrieren könnten. Mein Mann ist Buchhändler und hat eine Buchhandlung in Löhne. Der Standort Enger ist eine Zweigstelle«, berichtet Schütte. Sie selber liest viel und hat ihre Kinderbücher einst bei Kuhlmann gekauft. »Enger ohne Buchhandlung ist für mich unvorstellbar. Hinzu kommt: Wenn die Bürger ihre Bücher in den Nachbarstädten kaufen, dann besorgen sie auch dort ihre anderen Einkäufe – wie Blumen oder Weine. Die Kaufkraft wandert ab«, sagt Schütte, die sich mit ihrer Mutter Jutta Friedhoff ein Ladenlokal teilt, in dem Friedhoff Weine und Accessoires verkauft.

 Für die Bücher hat Schütte Regale in ihrem hinteren Raum aufgestellt. »Es wird nicht weniger Blumen zu kaufen geben, es rückt alles nur etwas mehr zusammen«, sagt sie. Zwar wird sie nicht so große Umfänge an Lektüren vorrätig halten wie dies Kuhlmann tut. »Da mein Mann aber die Buchhandlung in Löhne hat, kann ich vieles gleich bis zum nächsten Tag besorgen«, sagt Claudia Schütte. »Man kann heutzutage gar nicht alles im Lager bereit liegen haben – manche Wünsche sind sehr speziell. Ich kann aber alle Bücher bestellen«, sagt sie.

 Auch das Schulbuchgeschäft wird »Das Haus der Bücher« übernehmen. Schon dieses Jahr können die erforderlichen Exemplare nicht nur bei Kuhlmann, sondern auch bei Claudia Schütte bestellt werden. »Wir wollten nicht warten, bis Kuhlmann Ende des Jahres schließt. Die Engeraner sollten sich gleich daran gewöhnen, dass es hier weitergeht. Ich denke, es wäre zu spät, wenn wir das Geschäft erst im Januar eröffnet hätten«, findet Schütte.

 Alles, was Schüler für die Schule an Utensilien brauchen – vom Füller, über Buntstifte, Wachsmalkreide bis hin zum Bastelkarton – hält Schütte bereit. »Wir werden eine Papeterie einrichten, in der wir neben Bastelbedarf auch ausgefallenes Geschenkpapier anbieten«, verrät die 33-Jährige.

 Ein eigenes Ladenlokal anzumieten, kommt für sie erst einmal nicht in Frage. »Hier kann mich meine Mutter unterstützen. Ich kenne viele Kunden und kann sie auch beraten. Während mein Mann mit mir auf Blumenmessen fährt, bin ich regelmäßig mit ihm auf den Buchmessen. Für einen separaten Buchladen bräuchte ich ja einen Angestellten. Und sollte es so gut laufen, dass absehbar wird, dass sich ein eigenes Geschäft rentiert, kann ich darüber zu einem späteren Zeitpunkt immer noch nachdenken«, meint Claudia Schütte.

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