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Mehr Radfahrer, weniger Autos: Planer stellen Ideen vor

Neues ISEK soll Enger lebendiger machen

Enger (WB). „Gestalten, vernetzen, lebendig halten“ – unter diesem Leitbild steht das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das dazu beitragen soll, den Ortskern aufzuwerten, attraktiv zu halten und vor allem nach dem Corona-Lockdown wieder lebendig zu machen.

Christina Bode

Der Barmeierplatz soll besser ins Stadtgeschehen eingebunden werden. Eine Treppe könnte ihn mit dem Kirchplatz verbinden. Foto: Bode

In Bürgerforen und zuletzt online konnten Engeraner Bürger, aber auch Kaufleute ihre Wünsche äußern und diskutieren. Mitarbeiter der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) Bielefeld und der Bockermann Fritze Ingenieur Consult stellten dem Ausschuss für Stadtplanung, Infrastruktur und Umwelt am Montag Ideen vor. Der Maßnahmenplan sei bereits mit der Bezirksregierung als Fördergeber bei einer Ortsrundfahrt diskutiert worden, informierte Bürgermeister Thomas Meyer.

Für 2021 Fördergelder beantragen

Die geplanten Maßnahmen sollen priorisiert werden, für erste Aktivitäten werden bereits für 2021 Fördergelder beantragt. Man müsse nun überlegen, was kurz-, mittel- oder langfristig umgesetzt werden soll, sagte Meyer.

Oberste Priorität habe dabei die Modernisierung des Gartenhallenbades. Hier sollen ein Kinder- und ein Ruhebereich entstehen.

Auch müsse man sich dringend Gedanken über die Nutzung des Heckewerthgeländes machen, einem Filetgrundstück in der Innenstadt, das seit Jahren brach liegt. Neben dem Königin-Mathilde-Platz, der gut belebt ist, müsse auch dem Barmeierplatz mehr Beachtung geschenkt werden, schlugen die Planer vor. Möglicherweise könne er autofrei werden, fügte Regina Schlüter-Ruff (Grüne) hinzu. Durch eine Treppe soll auch der Kirchplatz von dort aus besser erreicht und eingebunden werden.

Burg- und Steinstraße barrierefrei gestalten

Am Beispiel der Bielefelder Straße sollen Burg- und Steinstraße barrierefrei gestaltet und von den Hochboarden befreit werden. Von der Kleinbahntrasse aus könne man Zugangsmöglichkeiten zum Bolldammbach schaffen und den Grünzug über die Straße Am Anger zugänglich machen. Dieser Weg benötige eine bessere Beleuchtung sowie Handläufe.

In den achtjährigen Förderzeitraum aufgenommen, aber nicht mit oberster Priorität behandelt wird die Fußwegeverbindung südlich des Königin-Mathilde-Platzes, die Verlängerung der Kleinbahntrasse zur Mühlenstraße, die Aufwertung des WGE-Außengeländes sowie der Maiwiese, die nach Ansicht der Stadtplaner in einem sehr guten Zustand ist.

Verkehrskonzept

Die Bockermann Fritze Ingenieur Consult hat im Mai damit begonnen, ein Verkehrskonzept zu erstellen, denn die Schwerpunkte Ortskern, Schulumfeld und Hauptverkehrsachsen spielen auch im ISEK eine Rolle. Ebenso wie im Alltagsradwegekonzept ist es auch hier ein großes Ziel, das Radfahren attraktiver zu machen. Gedanken mache müsse man sich unter anderem über die viel befahrene Ringstraße, erklärte Klaus Bockermann. Hier müssten Eltertaxis verringert und die Zahl der Radfahrer erhöht werden.

Anhand kameragesteuerter Technik habe man einerseits den Verkehr auf den Hauptverkehrsachsen ausgewertet, aber auch die Parkplatzsituation erfasst, erläuterte er. Dabei habe man keine Vollauslastung der Stellplätze im zentralen Bereich festgestellt.

„Daran sieht man, dass es wichtig ist, solche Daten genau zu erfassen“, sagte Harald Wurm (Grüne). Denn gerade bei den Stellplätzen sei eine Diskrepanz zwischen gefühlter und gemessener Situation zu erkennen. Was den Verkehr an der Ringstraße angehe, müsse man seiner Meinung nach auf radikale Maßnahmen setzen, statt „überall ein bisschen zu tun“. „Die Ringstraße wird auch als Abkürzung genutzt. Vielleicht bringt es etwas, sie in der Mitte zu unterbrechen“, schlug Wurm vor.

In seiner nächsten Sitzung am 21. September soll der Fachausschuss das neue ISEK beschließen.

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