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NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach besucht Lohgerberei in Enger und lobt Ehrenamtliche des Vereins Gerbereimuseum

„Tradition und Moderne vorbildlich vereint“

Enger

Seit mehr als 20 Jahren engagieren sich die Mitglieder des Vereins Gerbereimuseum Enger für ihr Denkmal. Bis Ende des Jahres soll nun auch die Sanierung des älteren Teils, der Lohgerberei, abgeschlossen sein. „Dies wäre ohne die Förderung über das Programm Heimatzeugnis Ihres Ministeriums nicht möglich gewesen“, erklärte Vereinsvorsitzender Karsten Glied am Donnerstag der zuständigen Ministerin Ina Scharrenbach.

Von Ruth Matthes

Bürgermeister Thomas Meyer (von links), Architekt Gerd Weichynik und der Vereinsvorsitzende des Gerbereimuseums, Karsten Glied, stellen NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) und Stephen Paul (FDP-MDL und Sprecher des Ausschusses für Heimat) vor, was mit „ihren“ Fördermitteln geschieht. Bürgermeister Thomas Meyer (von links), Architekt Gerd Weichynik und der Vereinsvorsitzende des Gerbereimuseums, Karsten Glied, stellen NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) und Stephen Paul (FDP-MDL und Sprecher des Ausschusses für Heimat) vor, was mit „ihren“ Fördermitteln geschieht. Foto: Ruth Mattehs

Die Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung hatte auf ihrer Reise zu diversen Förderprojekten im Kreis Herford auch in Enger Station gemacht. Der denkmalgerechte Umbau der Lohgerberei wird mithilfe von 390.000 Euro aus dem Topf Heimatzeugnis und 50.000 Euro aus Denkmalmitteln sowie mit 200.000 Euro vom Bund finanziert.

Scharrenbach lobte das ehrenamtliche Engagement, das hinter dem Projekt steht. Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Lohgerberei sei ein Paradebeispiel für ein Heimatzeugnis. „Ihr Engagement für den Erhalt des Gebäudes und die Vermittlung des Wissens über das alte Handwerk des Gerbens verbinden Tradition und Moderne auf vorbildliche Weise“, lobte sie die Mitglieder des Museumsvereins.

Karsten Glied erklärt der Ministerin, dass im Erdgeschoss die Historie der Lohgerberei und der Gerberfamilie dargestellt werden soll. Foto: Ruth Matthes

Bürgermeister Thomas Meyer blickte auf das letzte Treffen mit der Ministerin zurück. Damals war sie aus Anlass des Kreisgeschichtsfestes in Enger zu Gast, bei dem der Verein ihr bereits seine Ideen vorgestellt habe. Diese habe sie interessiert aufgenommen. „Dank Ihres persönlichen Einsatzes ist es gelungen, das Projekt zu realisieren, von dem die Stadt gewiss profitieren wird“, sagte er.

„Die Sanierung war höchste Zeit“, erklärte Karsten Glied mit Blick auf den baulichen Zustand der Lohgerberei. „Ein Jahr später wäre sie nicht mehr zu retten gewesen – und die Krisen der Welt hätten uns wahrscheinlich so demotiviert, dass wir es nicht gemacht hätten.“ So habe man trotz Corona, Preissteigerungen, Bauboom und Lieferengpässen das Projekt realisieren können.

Er bedankte sich bei Ina Scharrenbach, dass ihr Ministerium so flexibel gewesen sei, angesichts der zeitlichen Probleme, die Fördermittel von Jahr zu Jahr zu übertragen.

Glied führte seine Gäste durch den Rohbau, der zurzeit auf seine Fenster wartet. Auch der Holzboden sollte schon vor zwei Wochen geliefert werden.

Ein Blick in den neu errichteten Dachstuhl des Denkmals. Foto: Ruth Matthes

Im Keller mit seinen Lohgruben wird künftig das traditionelle Gerbereihandwerk dargestellt, darüber im Erdgeschoss wird die Geschichte des Gerbens und der Familie des hiesigen Gerbers nachgezeichnet. Außerdem soll es einen Forscherraum für die museumspädagogische Arbeit mit Schülern geben und oben in der Chromgerberei einen Kinoraum.

Spätestens Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Auch die inhaltliche Gestaltung sollte dann stehen. Der Bereich der Chromgerberei wird am 1. Mai wieder geöffnet. Wann das gesamte Museum zugänglich ist, hänge stark vom Baufortschritt ab, so Glied.

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