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Begegnung auf dem Fußweg Am Anger schockt 80-Jährige

Schüler haucht Frau an und ruft „Corona“

Enger (WB/rkl). Diese Begegnung hat sie tief getroffen: Ein Schüler hat am Mittwoch eine ältere Dame (Name der Redaktion bekannt) auf dem Weg zur Maiwiese angehaucht und dabei „Corona“ gerufen. „Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, so geschockt war ich“, erzählt sie am Donnerstagmorgen.

Auf dem Fußweg Am Anger zwischen Maiwiese und Steinstraße ist der Frau die Schulklasse entgegen gekommen. Foto: Ruth Matthes

Wie die 80-Jährige berichtet, kam sie gerade von der Maiwiese, hatte die Holzbrücke benutzt und kam den Fußweg Am Anger entlang, als sie zunächst zwei Erwachsenen begegnete, die ins Gespräch vertieft waren – „höchstwahrscheinlich die Lehrer“, wie sie später folgerte.

Schüler-Horde

Mit einigem Abstand dahinter folgte eine Horde von Jugendlichen. „Dem Alter nach müssen sie von der Realschule oder dem Widukind-Gymnasium gekommen sein“, nimmt die Dame an. Da die Turnhallen derzeit aus Gründen des Corona-Schutzes nicht benutzt werden dürfen, weichen einige Schulklassen im Sportunterricht auf die Maiwiese aus.

„Die Schüler kamen mir Am Gange entgegen und hätten mich fast umgerannt“, erzählt die Seniorin. „Ich hielt mich vorschriftsmäßig rechts an der Mauer entlang, als mir plötzlich hinter der Biegung ein Trupp Jugendlicher gegenüberstand, von denen keiner nach vorne schaute“, schildert sie die Situation. „Der erste guckte suchend nach unten und hätte mich fast umgestoßen, wenn ich nicht gerufen hätte: ‚Vorsicht! Nach vorn sehen!‘“

Kritik an Lehrern

Doch das war nicht alles. „Ein blonder Junge, der sich wohl besonders stark fühlte, bahnte sich den Weg zu mir, hauchte mich an und rief mir ‚Corona!‘ geradewegs ins Gesicht.“

Die Rentnerin ist immer noch fassungslos über diese Unverschämtheit. Abgesehen von dem Fehlverhalten des Schülers kann sie es aber auch nicht verstehen, dass sich die beiden Lehrer überhaupt nicht darum gekümmert haben, ob sich die Jugendlichen auf dem schmalen Fußweg ordnungsgemäß rechts halten und ob sie – gerade in Zeiten von Corona – die Abstände zu entgegen kommenden Personen einhalten. Sie wirbt daher eindringlich bei Jung und Alt um mehr gegenseitige Rücksichtnahme.

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