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Gastgewerbe besonders stark betroffen – Frauen und Studenten Hauptverlierer der Krise

Sieben Prozent weniger Minijobs im Kreis Herford

Herford (WB)

Im Zuge der Corona-Krise ist die Zahl der Minijobs im Kreis Herford um sieben Prozent gesunken. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

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Zusammengekettete Stühle und Tische: Die Corona-Krise hat vor allem die Gastronomie hart getroffen und auch im Kreis Herford dafür gesorgt, dass zahlreiche Minijobs weggefallen sind. Foto: NGG

Mitte 2020 gab es demnach 20.900 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 22.500 gewesen. Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. Hier gingen binnen eines Jahres 433 Minijobs verloren – ein Minus von 17 Prozent.

„450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Gaby Böhm, Geschäftsführerin der NGG-Region Bielefeld-Herford.

Betroffen seien vor allem Frauen, die eine 450-Euro-Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle hätten. Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen müssten, seien die Folgen des Jobverlustes dramatisch, betont Böhm.

Die Gewerkschafterin kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen“, meint Böhm. Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Zu sehen sei dies deutlich in der aktuellen Arbeitsmarkt-Statistik, die eine „enorme Unwucht“ offenbare. Denn während zahlreiche Minijobs weggebrochen seien, sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben: dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit. Laut Arbeitsagentur sei hier zwischen Juni 2019 und Juni 2020 lediglich ein Minus von 0,8 Prozent zu verzeichnen.

Eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf monatlich 600 Euro, wie sie derzeit Teile der Union fordern, gehe dagegen „in die völlig falsche Richtung“, so Böhm. Damit werde eine prekäre Beschäftigungsform weiter ausgebaut, statt sie einzudämmen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden durch eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze auf 600 Euro bundesweit etwa 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern.

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