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Heinz-Jürgen Uffmann vom BUND Enger-Spenge gibt Tipps zur Fütterung

Singvögel lieben Kerne und Knödel

Enger/Spenge (WB)

Wer den heimischen Singvögeln in winterlichen Tagen mit nahrhaften Körnern und Nüssen etwas Gutes tut, hat auch selbst etwas davon. „Ich kann vom Fenster aus jeden Morgen zehn verschiedene Vogelarten beobachten“, erzählt Heinz-Jürgen Uffmann vom BUND Enger-Spenge.

Ruth Matthes

Nicht nur die Meisen mögen die fetthaltigen Meisenknödel. Auch der Buntspecht holt sich hier Energie für den Winter. Foto: Heinz-Jürgen Uffmann

In der kalten Jahreszeit, und besonders in den vergangenen Tagen, bei geschlossener Schneedecke und Minusgraden, brauchen die Vögel Hilfe bei der Nahrungssuche. „Am besten bietet man ihnen Sonnenblumenkerne an, die sind sozusagen naturverpackt“, erklärt Uffmann. Durch die Schale sind sie vor Feuchtigkeit und Schimmel geschützt. Deshalb ist es auch nicht ratsam, Brotkrumen an die Tiere zu verfüttern. „Die Amseln futtern gerne mal einen Apfel.“

Grünfinken haben einen kräftigen Schnabel und können damit sehr gut die Sonnenblumenkerne schälen. Foto: Heinz-Jürgen Uffmann

Wichtig ist, dass das Futter fetthaltig ist. So lieben die Meisen Knödel, die aus verschiedenen Körnern und Kokosfett bestehen. „Solche Knödel kann man auch selber machen“, erzählt der Vogelliebhaber. Zum Beispiel kann eine Mischung aus Fett und Körnern in alte Blumentöpfe gefüllt und diese dann aufgehängt werden. Teurer, aber bei den Vögeln auch sehr beliebt sind Erd- und Haselnüsse.

Rotkehlchen, verschiedene Meisenarten, Grün-, Buch- und Bergfink, aber auch Buntspechte holen sich gerne etwas aus dem Garten in Besenkamp, der auch von den Fasanen aus den nahen Feldern bisweilen aufgesucht wird. „Die Rotkehlchen sind übrigens nicht dieselben, die im Sommer bei uns sind. Das sind skandinavische Gäste. Unsere Rotkehlchen verbringen den Winter noch in Frankreich“, weiß Uffmann.

Sogar ein Stieglitz ist regelmäßig Gast. „Er kommt gerne, weil in unserem Garten die Wilde Karde, eine Art Distel, wächst“, erzählt der Umweltschützer. „Wenn man sie im Winter nicht zurückschneidet, können sich die Vögel dort Samen herauspicken.“

Heimische Sträucher und Stauden sind auch im Winter noch Nahrungsquelle und sorgen dafür, dass die gefiederten Tiere die Futterquelle vom Sommer her kennen. „Weil sie wissen, dass sie in unserem Garten im Sommer genug Nahrung finden, suchen sie hier auch im Winter danach“, erklärt Uffmann.

Er appelliert an Gartenbesitzer: „Sie können einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Pflanzen Sie Büsche und Stauden und unterstützen die Vögel beim Nestbau und der Aufzucht der Jungen.“ Denn dann gibt es auch im nächsten Jahr wieder viele Vögel zum Beobachten.

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