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Zwei Mitarbeiter saßen direkt unter abgesacktem Dach – mehr als 100.000 Euro Schaden – Näherei zieht um

Spenger Unternehmen FHB nicht gegen Schneeschaden versichert

Spenge (WB)

Als das Dach einer Halle des Spenger Berufsbekleidungsherstellers FHB am Mittwoch plötzlich nachgibt, sind 15 Personen in der Näherei. Zwei von ihnen sitzen direkt unter der Gefahrenstelle.

Kathrin Weege

Unter der Stelle, an der das Hallendach der Firma FHB absackte, saßen zwei Mitarbeiter. „Ihnen ist zum Glück nichts passiert“, ist Geschäftsführer Peter Hoffmann erleichtert. Foto:

„Ein Mitarbeiter hat eine Dämmplatte an den Kopf bekommen. Aber es ist nichts passiert, niemand ist verletzt worden“, ist Geschäftsführer Peter Hoffmann sehr erleichtert. Das sei das Wichtigste.

Allerdings steht am Tag nach dem Unglück, bei dem das Dach 50 Zentimeter abgesackt ist, fest, dass die Firma gegen den Schneelastschaden nicht versichert ist. „Das ist natürlich bitter. Ich war gestern schon sehr geknickt. Der Schaden wird mehr als 100.000 Euro betragen“, sagt er.

In der Näherei steht die Produktion nun still. Das Unternehmen hat aber bereits eine Strategie entwickelt, wie es weitergehen kann. FHB versucht jetzt, Teile der Produktion auf andere Werke im Ausland zu verlegen und eine provisorische Näherei in einem der anderen Firmengebäude in Spenge zu installieren. „Noch sind alle Maschinen intakt, wir werden sie so schnell es geht herausräumen, damit sie keinen Schaden durch Wasser oder gegebenenfalls herabstürzende Teile nehmen. In 14 Tagen soll es im Idealfall provisorisch weitergehen“, sagt der FHB-Chef.

Um das gesamte Ausmaß des Schadens abschätzen zu können, müssen neben den Maschinen auch die Elektrik und der Unterbau raus. „Gutachter und Statiker waren schon da. Sie haben uns Hoffnung gemacht, dass die Halle – sie stammt aus den 1970er Jahren – erhalten werden kann. Sollte das der Fall sein, so hoffe ich, dass wir nach Reparaturarbeiten in etwa fünf Wochen wieder am alten Standort nähen können“, erklärt Peter Hoffmann.

Fünf Stunden bevor das Dach nachgab, war aus anderen Gründen ein Dachdecker in der Firma. „Wir haben ihn gebeten, wegen der außergewöhnlichen Schneemassen einmal das Dach zu überprüfen. Es sei sicher, hatte dieser gemeint“, berichtet Hoffmann. Fünf Stunden später, gegen 14.30 Uhr, ist das Dach doch gebrochen.

Peter Hoffmann ist Feuerwehr und THW für die schnelle Hilfe sehr dankbar und kann zudem auch auf sein Team zählen. Bis 23 Uhr waren einige noch vor Ort. 20 Helfer packten mit an und werden auch in den nächsten Tagen noch einiges zu erledigen haben.

Mit einem Knacken hatte sich das Unglück am Mittwoch angekündigt. Ein Leimbinder der Deckenkonstruktion war geborsten. Experten ermittelten später, dass die Auslastung der Dach-Tragkraft zwar im oberen Drittel lag, das Dach das aber eigentlich hätte aushalten müssen.

Eine Sicherung von innen erfolgte umgehend, die Dachkonstruktion der etwa 2000 Quadratmeter großen Halle wurde durch Baustützen abgesichert. Der Löschzug Spenge unterstützte bei der Materialbeschaffung.

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