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Trend zur Urnenbestattung führt zu Freiflächen – neue Angebote zunehmend gefragt

Stadt will alle sechs Friedhöfe erhalten

Enger (WB). Beerdigungen im Sarg werden immer seltener. Dieser Trend geht auch an Enger nicht vorbei. Um der geänderten Nachfrage gerecht zu werden, sind in diesem Jahr in Westerenger und Enger-Mitte neue Grabformen eingerichtet worden.

Christina Bode

Heike Kemminer zeigt die Stelengräber in Westerenger. Angehörige können hier kleine Flächen individuell gestalten. Bislang sind hier drei Personen bestattet worden, bei Bedarf sollen weitere Stelenfelder entstehen. Mit den neuen Grabformen wird der geänderten Nachfrage Rechnung getragen. Foto: Christina Bode

Durchschnittlich 90 Beerdigungen finden pro Jahr auf den sechs kommunalen Friedhöfen in Dreyen, Enger-Mitte, Herringhausen, Oldinghausen, Pödinghausen und Westerenger statt. Mittlerweile werden etwa 70 Prozent der Verstorbenen in einer Urne beerdigt.

Da das Verhältnis der Urnenbestattungen immer größer wird und viele Angehörige die Grabpflege aus verschiedensten Gründen nicht mehr selber übernehmen können, hat der Rat im März 2018 einen Beschluss zur Weiterentwicklung der Friedhöfe gefasst.

Neben den herkömmlichen Wahlgräbern für Erd- und Urnenbestattungen, Reihengräbern für Sargbestattungen und Rasenpflegegräbern für Erd- und Urnenbestattungen wurden in diesem Jahr zwei neue Grabformen eingerichtet. Auf dem Friedhof Westerenger sind nun Bestattungen an der Urnenstele möglich.

„Die Pflege dieses Grabfeldes erfolgt durch den Friedhofsträger, Angehörige können aber auf einer kleinen Fläche individuellen Grabschmuck ablegen“, erklärt Heike Kemminer, die sich zusammen mit Monika Hägerbäumer bei der Stadt Enger um Friedhofsangelegenheiten kümmert.

Freiflächen entstehen

Kleine Täfelchen an den Stelen werden mit Name, Geburts- und Sterbedatum der bestatteten Person versehen. Bislang sind dort drei Beisetzungen erfolgt. Bei Bedarf könne sie sich vorstellen, dass ein weiteres Stelenfeld errichtet wird, sagt Heike Kemminer.

Auf dem Friedhof Enger-Mitte sind seit dem Frühjahr Urnenbestattungen am Baum möglich. Zwei Felder wurden dafür auf dem kommunalen Teil des Friedhofs in Richtung Bünder Straße angelegt - eines für Einzelbestattungen, auf dem anderen können sich Partner Plätze nebeneinander reservieren.

Auf jedem der eingefassten Felder steht ein Apfelbaum. Eine kleine Grabplatte wird für jeden Verstorbenen auf der Umrandung angebracht, hier können Angehörige auch Gestecke oder Kerzen abstellen.

Das Angebot dieser pflegeleichten beziehungsweise auch pflegefreien Grabformen soll zukünftig noch erweitert werden. „Angedacht ist, Gemeinschaftsgrabanlagen auf allen Friedhöfen anzubieten“, sagt Heike Kemminer. Hierbei sollen auch Möglichkeiten für Erdbestattungen geschaffen werden. „Bei der Gestaltung wollen wir verstärkt darauf achten, bienenfreundliche Gewächse anzupflanzen“, sagt sie.

Der Trend zur Urnenbestattung hat zwangsläufig zur Folge, dass auf den Friedhöfen Freiflächen entstehen. „Aktuell ist unsere Prämisse, alle sechs kommunalen Friedhöfe zu erhalten“, stellt Heike Kemminer klar.

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