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Im Karussell hat es gefunkt: Michaela Beckers überrascht Eltern mit besonderer Torte

Süße »Raupe« zur Goldenen Hochzeit

Enger (WB). »Das hat meinem Vater erst mal die Sprache verschlagen«, erzählt Michaela Beckers lachend über den Moment, in dem sie ihren Eltern in Enger die vermeintliche Hochzeitstorte zum goldenen Ehejubiläum präsentiert hat.

Daniela Dembert

Jutta und Friedhelm Kötter wurden von Tochter Michaela (Mitte) zur Goldenen Hochzeit mit einem besonderen Geschenk überrascht: einem detailverliebten Modell aus Zuckermasse des Nostalgie-Fahrgeschäfts »Feldmanns Raupe«. In dem Karussell hatte sich das Paar vor 51 Jahren näher kennengelernt hat. Foto: Daniela Dembert

Die 39-Jährige hat für Mutter Jutta und Vater Friedhelm Kötter eine Miniaturausgabe von Feldmanns »Raupe« aus Zuckermasse gefertigt. 56 Zentimeter durchmisst das süße Stück und wiegt etwa fünf Kilogramm.

»Raupe« auf dem Schützenplatz

Ungewöhnlich mag die Wahl des Modells eines Kirmes-Fahrgeschäfts als Torte erscheinen. Für Familie Kötter ist die Raupe aber eine ganz besondere Attraktion, denn vor 51 Jahren hatten sich die Eheleute während einer Fahrt in dem über 70 Jahre alten Karussell kennengelernt. »Vom Sehen kannte ich Jutta schon vorher. Sie wohnte schließlich nebenan in Steinbeck, ich hier in Besenkamp«, blickt Friedhelm Kötter zurück. »Beim Schützenfest habe ich sie dann in einem der Waggons sitzen sehen und gedacht: jetzt aber!« Dann habe er sich zu der zweieinhalb Jahre jüngeren Jutta gesellt. Nur ein knappes Jahr später gab sich das Paar am 20. Mai 1968 das Ja-Wort. »Das war Schützensamstag«, erinnert sich Jutta Kötter noch genau. Da hatte die Raupe wieder auf dem Schützenplatz gestanden.

Mit dem »Raupenvirus« ist auch Tochter Michaela infiziert. »Wenn die Raupe zum Schützenfest kam, war das für mich immer das Highlight. Ich bin mit diesem Fahrgeschäft groß geworden«, erzählt die gelernte Floristin. Unzählige Runden habe sie darin schon gedreht – mit und ohne Verdeck.

Einblick in Original-Baupläne der »Raupe«

Weil die Geschichte der Familie so eng an die des Fahrgeschäftes geknüpft sei, habe sie die Idee zu dieser besonderen Torte gehabt. »Erst wollte ich sie im Maßstab 1:100 bauen. Dann hätte sie einen Durchmesser von 18 Zentimeter gehabt und tatsächlich auf eine Torte gepasst«, berichtet Beckers. Diese Dimensionen hätten aber für die vielen Details nicht ausgereicht. Einblick in die Originalpläne habe sie von Dirk Lotte, dem Betreiber des Nostalgie-Karussells, bekommen. Diesen habe sie auch während des Baus via Facebook auf dem Laufenden gehalten.

500 Stunden Arbeit

Mehr als 500 Stunden Arbeit stecken in dem Modell aus Blütenmasse, dessen Korpus Michaela Beckers aus Blumensteckschwamm geschnitten hat. Eine Drahtkonstruktion trägt das Dach.

Geahnt haben die Mechanikerin und der Elektroinstallateur nichts. »Einen Tag vor der Feier im Schützenheim hat mein Vater noch wehmütig aus dem Fenster geschaut und gemeint: »Eigentlich müsste morgen die Raupe hier stehen«, blickt Tochter Michaela zurück. Am Abend der Feier dann die große Überraschung: Der DJ sorgte für die Beschallung mit dem Rock’n’Roll-Ohrwurm »Surfin’ Bird«, Jutta Kötters absolutem Lieblings-Raupensong, und Michaela Beckers brachte das Hochzeitsgeschenk für ihre Eltern herein. Darüber, dass das Modell auf Blumensteckmasse basiert und kein Krümel Kuchen verbaut wurde, ist das Jubiläumspaar froh. »Die hätten wir doch niemals aufessen wollen«, meinen beide.

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