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Widukind-Museum Enger als Film-Set – Mezzosopranistin Alina Behning erzählt von ihrer Rolle als Sachsenherzog

Trailer soll Appetit auf Oper machen

Enger

Der Saal unter dem Dach des Widukind-Museums ist am Mittwoch zum Studio geworden. Kameramann Michael Trappmann und Tontechniker Eike Hollermann vom Filmteam MT-Fotos drehten dort mit den Hauptakteuren der Widukind-Oper einen Trailer, mit dem für die Uraufführung im Oktober geworben werden soll.

Von Ruth Matthes

Im Saal des Widukind-Museums filmt das Team von MT-Fotos Komponist Thomas Lotz im Gespräch mit Stefanie Keil, Kulturkoordinatorin beim Kreis Herford. Das Interview wird Teil eines Trailers, mit dem für die Uraufführung der Widukind-Oper im Oktober geworben wird. Foto: Ruth Matthes

Der Trailer, der drei Minuten dauern soll, vereint Interviews mit dem Komponisten und musikalischem Leiter der Oper, Thomas Lotz, Librettistin und Regisseurin Birgit Kronshage und den Darstellern von Widukind und seinem Kontrahenten Karl mit musikalischen Appetithäppchen.

Gerade gibt Mezzosopranistin Alina Behning eine Kostprobe ihrer Kunst. Die Hamburgerin singt mit viel Gefühl in ihrer warmen kraftvollen Stimme die Arie „An einer Klippe stehe ich“, mit der Widukind den zweiten Akt eröffnet. In Kronshages Libretto wird der Sachsenherzog nämlich von einer Frau dargestellt. „In meiner Konzeption steht Widukind für das bewahrende, schützende, abwartende Element, und das wird gemeinhin der Frau zugeschrieben“, erklärt sie. „Dem gegenüber steht Karl der Große als der Progressive, der Mann des Aufbruchs.“ Er wird entsprechend von Heldentenor Benjamin Werth gesungen.

Regisseurin und Librettistin Birgit Kronshage im Gespräch mit dem amerikanischen Heldentenor und Karl-Darsteller Benjamin Werth. Foto: Ruth Matthes

„Im Grunde sind es zwei Seiten einer Medaille“, so Kronshage. „Der Mensch braucht Wurzeln – für die steht Widukind – und er braucht Flügel – die symbolisiert Karl.“ Mit dem Vertrag zwischen den Heerführern würden beide Seiten vereint. „So gelingt es Widukind, sein Volk vor weiteren Gräueln zu bewahren und sich einer neuen Zeit zu stellen.“

Alina Behning reizt diese ungewohnte Rolle mit ihrer Vielschichtigkeit. „Als Mezzo spielt man zwar öfter Hosenrollen, aber einen Kriegsherrn habe ich noch nicht dargestellt“, sagt sie. „Das ist total spannend. Es ist faszinierend den Wandel dieser Person darzustellen. Erst hält er wütend an den Traditionen fest, doch dann gerät er immer mehr ins Wanken, denn er will seine Sachsen nicht länger leiden sehen.“

Mezzosopranistin Alina Behning singt die Titelrolle der Widukind-Oper. Foto: Ruth Matthes

Komponist Thomas Lotz (Berlin), der für den Trailer von Stefanie Keil, Kulturkoordinatorin beim Kreis Herford, interviewt wird, erzählt, dass er seine Zeit momentan ganz der Oper widme. Er freue sich, seine Musik bald auch selbst mit den Instrumentalisten und Sängern einstudieren zu können.

Beim Komponieren orientiere er sich stark am Text und der Sprachmelodie. „Zuerst rhythmisiere ich den Text, dann kommt die Melodie dazu, die ich mit Begleitakkorden versehe und schließlich orchestriere“, berichtet er. In seiner Tonsprache verbinde er mittelalterliche Elemente mit Jazz, Klassik und Pop. Neben den Arien wird es auch gesprochene Passagen geben.

Der Dreh in Enger war bereits der zweite für den Trailer. „Wir haben auch schon am Anna-Siemsen-Berufskolleg in Herford gedreht“, erzählt Keil. „Dort entstehen die wichtigsten Kostüme für die Darsteller.“ Dazu gehören neben den sieben Sängern auch der Projektchor und die Breakdancer „Last Action Heroes“ aus Oeynhausen.

Finanziert wird der Trailer aus dem Fördertopf Kultur.Gemeinschaften des Bundes unter dem Stichwort „Handwerk trifft Kultur – Digitalisierung“.

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