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Afghane (25) vor Gericht – Mädchen an Jugendzentren in Enger und Spenge begrapscht?

Vorwurf: sexuelle Nötigung

Spenge/Enger/Herford (WB). Hat ein 25-jähriger Flüchtling junge Mädchen in Enger und Spenge begrapscht? Zumindest muss sich der Afghane ab Montag vor dem Herforder Jugendschöffengericht verantworten. Ihm werden sexuelle Nötigung und Belästigung vorgeworfen.

Moritz Winde

Das Jugendzentrum am Kleinbahnhof in Enger: Hier soll ein Asylbewerber aus Afghanistan versucht haben, eine Zwölfjährige unsittlich zu berühren. Laut Anklage soll er seine Hand unter die Bluse des Mädchens geschoben und versucht haben, sie zu küssen. Das Mädchen konnte sich befreien und mit dem Fahrrad flüchten. Foto: Gerhard Hülsegge

Zwei der drei mutmaßlichen Opfer soll der Mann nach Informationen dieser Zeitung im Spenger Kultur- und Jugendzentrum Charlottenburg kennengelernt haben. Das Haus ist in Trägerschaft des Kreises Herford. Vor Kurzem erst wurde der »lange Samstag« ins Leben gerufen, der auch Flüchtlinge ansprechen soll. Das Motto: »Alle anders, alle gleich.«

Die drei ihm zur Last gelegten Taten – die Vorgehensweise soll dabei immer gleich gewesen sein – liegen bereits einige Zeit zurück. Sie sollen sich im Spätherbst 2017 ereignet haben. Dem heute 25-Jährigen wird vorgeworfen, eine Zwölfjährige am ZOB in Spenge sexuell belästigt zu haben. Unter anderem soll er an ihre Brüste gefasst haben – gegen den Willen des Mädchens. Dabei soll er die Schülerin zusätzlich verbal belästigt haben.

Kind flüchtet auf dem Rad

Der zweite Vorfall soll sich am Kleinbahnhof in Enger abgespielt haben. Auch hier soll der Asylbewerber versucht haben, eine Zwölfjährige »unsittlich zu berühren« – wie es im Polizeijargon heißt. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld beschuldigt ihn, seine Hand unter die Bluse des Mädchens geschoben zu haben.

Er soll die Schülerin an sich gezogen und probiert haben, ihr einen Zungenkuss zu geben. Zudem soll er ihr sinngemäß das folgende unmoralische Angebot gemacht haben: »Eine Nacht mit mir kostet 50 Euro.«

Der Zwölfjährigen soll es gelungen sein, ihren Widersacher von sich zu stoßen und mit dem Fahrrad zu flüchten.

Acht Zeugen geladen

Einige Tage später soll der 25-Jährige erneut übergriffig geworden sein – und zwar in dem Betrieb, in dem er zu diesem Zeitpunkt eine Ausbildung absolvierte. Diesmal soll er in einem ungestörten Moment eine Kollegin bedrängt haben. Er soll die 15-Jährige an einen Schrank gedrängt und sie geküsst und begrapscht haben. Erst als ein Kollege das Zimmer betrat, soll der Mann laut Anklage von dem Mädchen abgelassen haben.

Der Prozess sei öffentlich, sagt Amtsgerichtsdirektor Bernd Kahre. Die Verhandlung beginnt am kommenden Montag, 25. Februar, um 9 Uhr. Ein weiterer Termin ist für den darauffolgenden Mittwoch angesetzt. Insgesamt sind acht Zeugen geladen. Mindestens eines der mutmaßlichen Opfer tritt als Nebenklägerin auf.

Sollte der Angeklagte schuldig gesprochen werden, droht ihm die Abschiebung nach Afghanistan. Er ist in Deutschland nur geduldet. Sexuelle Nötigung ist wegen der Mindeststrafandrohung von einem Jahr Freiheitsstrafe ein Verbrechen.

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