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Melanie Franke (43) aus Enger ist erkrankt: FC Exter will bei Suche nach Stammzellspender helfen

Wenn Mama plötzlich Krebs hat

Enger

„Rette unsere Mama Melanie“: Das stand auf Flyern, die Helfer am Wochenende am neuen Exteraner Sportpark verteilt haben. Für sie dreht sich derzeit alles um die Suche nach der passenden Stammzellspende. Denn Melanie Franke aus Enger kann nur durch eine Stammzellspende überleben. Die 43-Jährige hat Blutkrebs.

Von Yvonne Gottschlich

„Rettet unsere Mama!" Melanie Frankes größter Wunsch ist es, ihre beiden Söhne aufwachsen zu sehen.

Weil Florian Franke und seine Familie in Exter leben und im Sportverein aktiv sind, haben sie die Aktion am Sportplatz genutzt, um aufzuklären: „Wer helfen möchte, gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich über www.dkms.de/rettemelanie ein Registrierungsset nach Hause bestellen und so vielleicht zum Lebensretter werden“, sagt Florian Franke. Die Familie arbeitet mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zusammen, um das Leben von Melanie zu retten. Auch eine Online-Registrierungsaktion wurde initiiert.

Die Mutter hat nur ein Ziel: Sie will wieder gesund werden und ihre Söhne aufwachsen sehen. Daher setzen die Familie und der Freundeskreis alle Hebel in Bewegung, um zu helfen. Die plötzlich Erkrankte ist Familienmanagerin, Kindertaxi, Terminkoordinatorin und Vokabeltrainerin. „Vor allem ist sie jedoch die liebevollste und fürsorglichste Mama, die sich ihre beiden Jungs Robin und Kelvin nur wünschen können“, blickt ihre Schwägerin Isabelle Franke-Niemann auf den Menschen Melanie.

Sie sind nur ein Teil des Teams, aber sie packen gemeinsam an und suchen einen Stammzellenspender für Melanie: Christian, Tanja, Florian, Isabelle und Michael (von links). Auch der Nachwuchs Josua und David (vorne) ist aktiv dabei. Foto: Yvonne Gottschlich

„Melanie lebt total gesund, trinkt keinen Alkohol, raucht nicht“, berichtet ihr Ehemann Tobias. „Doch von heute auf morgen kann Melanie nicht mehr für ihre Familie da sein“, erzählt Franke-Niemann von der Schockdiagnose Mitte September. Wenige Wochen zuvor war Melanie Franke noch beim Hausarzt, hat sich checken lassen und war kerngesund. Dann heilt eine kleine Wunde nicht richtig ab, sie geht wieder zum Hausarzt, der genau hinschaut. Die Diagnose AML, akute myeloische Leukämie, Blutkrebs stellt das Leben der Familie völlig auf den Kopf. „Meine Frau kann nur überleben, wenn es irgendwo auf der Welt einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist“, erklärt Ehemann Tobias.

Auch Tobias Franke war schon Spender

Er weiß genau, wovon er spricht, denn Tobias hat bereits Stammzellen für einen Patienten in den USA gespendet. Vor Jahren registrierte er sich aufgrund eines Aufrufs bei seinem Arbeitgeber. „Der Sohn eines Mitarbeiters war an Blutkrebs erkrankt. Daher registrierte ich mich bei der DKMS, um zu helfen. 2005 erhielt ich den Anruf der DKMS, dass meine Stammzellen mit einem Patienten aus den USA übereinstimmen. Selbstverständlich war ich sofort bereit zu helfen. Was sind schon ein paar Stunden meiner Zeit für ein ganzes Leben“, sagt Tobias. Um dieses Leben zu retten, musste er lediglich eine Blutspende abgeben.

Wo ist Melanies genetischer Zwilling?

Melanie ist seit dem 19. September, dem Tag der Diagnose, im Krankenhaus. Die Familie kann sie nur unter hohen hygienischen Maßnahmen besuchen, da sie sich nicht mit einem Infekt oder womöglich mit Covid anstecken darf. Tobias, Robin und Kelvin machen das Beste aus ihrer Männer-WG, auch wenn die Mama an jeder Ecke fehlt.

Um die Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für Melanie zu unterstützen, rufen Familie und Freunde mit der DKMS dazu auf, sich als potenzielle Stammzellspender zu registrieren. Auch der FC Exter beteiligt sich, ganz im Sinne seiner Historie. „Wir haben schon bei vielen Schicksalen helfen können und sind stolz auf unser soziales Engagement, daher werden wir auch jetzt anpacken und helfen“, versprechen Michael Sawadski und Christian Steinbach.

So funktioniert die Registrierung

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