1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Enger
  6. >
  7. Zeitungsleser helfen weiter

  8. >

Mathias Polster auf den Spuren von Freya Tuchel in Enger – Brücke trägt ihren Namen

Zeitungsleser helfen weiter

Enger/Herford (WB). Wer erinnert sich an Freya Tuchel? Vor Wochen veröffentlichte das WESTFALEN-BLATT eine Personensuche des Herforders Mathias Polster. Und etwa ein Dutzend Anrufer aus Enger hätten sich bei ihm gemeldet, sagt der Gästeführer.

Hartmut Horstmann

Diese Ansichtskarte zeigt die Herforder Freyabrücke. Eine Frau, die lange in Enger lebte, gab der Brücke den Namen. Foto: Archiv Polster

Vater war Kreisbaumeister

Auf den Namen Freya Tuchel war Polster gestoßen, weil nach der Frau in Herford eine Brücke benannt worden war. Und da er gemeinsam mit dem Historiker Dr. R. Pape an einem Buch über Herfords Straßen und Plätze arbeitet, versuchte er etwas über die Namensgeberin herauszubekommen.

Bisher stand fest, dass sie 1893 in Dortmund geboren worden war. Später zog die Familie berufsbedingt nach Herford – von 1898 bis 1915 bekleidete der Vater Ernst Grote das Amt des Kreisbaumeisters. In diesen Zeitraum fiel auch der Bau der Freyabrücke am Steintorwall.

Doch dann verlor sich die Spur. Ein Hinweis indes besagte, dass sie als Freya Tuchel 1972 in Enger gelebt hatte. Und tatsächlich konnten sich einige Anrufer noch an die Frau erinnern. Ihren Aussagen ist zu entnehmen, dass Freya Tuchel nach ihrer Hochzeit nach Enger gezogen ist.

Haushälterin bei einem Zigarrenfabrikanten

Unklar ist, wann sie geheiratet hat. Als sicher kann aber gelten, dass sie einige Jahrzehnte in Enger gelebt hat. Die Ehe blieb kinderlos und Freya Tuchel arbeitete als Haushälterin bei einem Zigarrenfabrikanten.

Nach dem Tod ihres Mannes und zunehmender Pflegebedürftigkeit holte sie ihr Neffe nach Dortmund. „Das muss Anfang der 80er Jahre gewesen sein“, sagt Mathias Polster.

Für erwähnenswert hält der Buchautor, dass alle Anrufer Freya Tuchel als „eine herzensgute Person“ charakterisiert hätten: „Und niemand wusste, dass nach ihr in Herford eine Brücke benannt worden ist. Das spricht ja auch für eine gewisse Bescheidenheit.“ Übrigens ist auch ein anderer Herforder Brückenname fest in Familienhand. So wurde die Herthabrücke nach Freyas Schwester benannt.

Startseite