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Thorsten Böckmann zeigt 43 Bilder in der Engeraner Gerberei – Malerei und Texte behandeln Facetten der Ukraine

Zerrüttetes Verhältnis, verwobene Historie

Enger (WB)

Eine spannende Ausstellung ist in der Galerie der Gerberei in Enger eröffnet: Bilder und Texte wollen den Besuchern die Ukraine näher bringen.

Daniela Dembert

Foto: Daniela Dembert

Es ist für alle Beteiligten ein spannendes Experiment: sowohl für den Maler als auch für die Autoren und nicht zuletzt die Betrachter. Die Ausstellung „Ukraine – Ansichtssachen“ in der Galerie der Gerberei ist eröffnet. Zu sehen sind 43 Bilder des Malers Thorsten Böckmann, dazu Texte verschiedener Autoren, die sich von den Werken des Spengers haben inspirieren lassen.

Das Schreibprojekt, das von Michael Hellwig im Zusammenwirken mit der Hobbyautorin und wissenschaftlichen Hochschulmitarbeiterin Petra Bobbenkamp initiiert wurde, ist Teil des Literaturfestivals europa : westfalen das vom Netzwerk Literaturland Westfalen veranstaltet wird.

Der Konflikt, der seit Jahren zwischen Russland und der Ukraine schwelt, gab Böckmann und Bobbenkamp nicht nur Anlass für mehrere Reisen, er regte den Maler auch zu einer Reihe von Motiven an, die ebenso von dem zerrütteten Verhältnis zweier Länder erzählen wie auch von deren Identität und von ihren miteinander verwobenen Historien. „Wichtig ist uns, keine anklagende Position einzunehmen“, betont Petra Bobbenkamp.

Petra Bobbenkamp

Ein anderer Teil der Ausstellung befasst sich mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die sich am 26. April zum 35. Mal jährt. Anonyme Gesichter hinter Atemschutzmasken, ein toter Hase, der verlassene Freizeitpark von Pripyat und ein Birkenheim mit einem Hinweisschild auf Strahlenkontamination: Die Bilder von Böckmann sind bedrückend jedoch nicht apokalyptisch, denn sie dokumentieren auch den Schleier der Zeit, der sich über den Ort dieses für Menschen schwer fassbaren Unglücks gelegt hat.

Den Betrachtern möchten Bobbenkamp und Böckmann gern bei der Auseinandersetzung mit den Werken zur Seite stehen und werden deshalb jeden Donnerstag, Samstag und Sonntag zu den Öffnungszeiten selbst vor Ort sein.„Wir freuen uns, mit den Besuchern in Kontakt und Austausch treten zu können. Das ist eine Chance, die uns die Coronakrise bietet. Unter Normalumständen hätten wir dafür nicht die Zeit“, sind sich beide einig.

Jeweils fünf Personen können, nach vorheriger Anmeldung über die Homepage des Museums die Kunstausstellung im Obergeschoss sowie die Dauerausstellung des Gerberei-Museums besuchen.Öffnungszeiten sind samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Zusätzlich kann die Ukraine-Ausstellung donnerstags von 11 bis 18 Uhr besucht werden.

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