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Geldübergabe findet am Bahnhof in Bielefeld statt - Betrug fällt erst später auf

Falscher Polizist erbeutet 22.000 Euro von Hiddenhauser

Hiddenhausen/Bielefeld

Ein 63-jähriger Mann aus Hiddenhausen hat sich von einem falschen Polizisten am Telefon täuschen lassen. Er hob 22.000 Euro bei seiner Bank ab und übergab das Geld am Bahnhof in Bielefeld. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche.

Ein falscher Polizist hat einen Mann aus Hiddenhausen um 22.000 Euro gebracht. Foto: Jens Büttner/dpa

Der Hiddenhauser (63) hatte den Vorfall am Donnerstagabend selbst bei der Polizei gemeldet als er der Meinung war, Opfer eines Betrugs geworden zu sein. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand der Beamten soll der Mann gegen 14 Uhr am Donnerstag einen Anruf des "falschen Polizisten" bekommen haben. Dieser rief mit unterdrückter Nummer bei dem Hiddenhauser an und berichtete, dass seine Tochter einen Unfall verursacht habe, bei dem ein Radfahrer ums Leben gekommen sei. 

Damit seine Tochter nicht festgenommen wird, sollte der Vater eine Kaution zahlen. Der erste Vorschlag des Anrufers: 75.000 Euro. Doch der Geschädigte konnte die geforderte Summe nicht aufbringen, sodass man sich auf 22.000 Euro einigte, schildert die Polizei.

Der "falsche Polizist" suggerierte am Telefon, dass die vermeintliche Tochter sich in seiner Nähe befindet, als kurzfristig eine weibliche Stimme zu hören war. Auch eine weitere männliche Person wurde als angeblicher Staatsanwalt an dem Telefonat beteiligt.

Folglich machte sich der Geschädigte Hiddenhauser auf den Weg zu seinem Geldinstitut, und hob die geforderte Geldsumme ab. Gegen 16 Uhr kam es nach Angaben der Polizei zur Übergabe des Bargelds am Bahnhof in Bielefeld. Empfänger war eine unbekannte männliche Person, die zwischen 30 und 40 Jahre alt sein soll, mit einer schlanken Statur beschrieben wird und einen Bart trägt. Bei der Übergabe trug der Mann ein blaues T-Shirt mit der Aufschrift "Security" und eine blaue Baseball-Cap.

Tochter unversehrt zuhause angetroffen

Nach der Übergabe entfernte sich der Unbekannte in Richtung Bielefelder Innenstadt. Dass er an einen Betrüger geraten war, bemerkte der 63-Jährige jedoch erst, als er wieder zuhause ankam. Dort traf er seine Tochter an, die an keinem Unfall beteiligt gewesen war. 

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und mit der Auswertung von vorhandenem Videomaterial begonnen. Zeugen, die die Übergabe beobachtet haben und weitere Angaben zum flüchtigen Boten machen können, werden gebeten, sich unter Telefon 05221/8880 bei der Polizei zu melden.

Hinweise der Polizei

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang:

  • Sei es ein vermeintlicher Verwandter, ein Polizeibeamter, ein Staatsanwalt, Notar, Bankmitarbeiter oder sonst jemand: Sobald ein Anrufer die Herausgabe von Geld, Wertsachen oder Konto- und PIN-Nummern fordert, sollten alle Angerufenen misstrauisch werden
  • Am besten sollten sie eine Vertrauensperson hinzuziehen oder im Zweifelsfall einfach den Hörer auflegen
  • Die Angerufenen sollten auflegen und den angeblichen Verwandten oder die angebliche Institution unter einer selbst herausgesuchten Telefonnummer zurückrufen und den Sachverhalt schildern
  • Unbekannten Personen sollten am Telefon niemals Auskünfte über Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten gegeben werden
  • Geld oder Wertgegenstände sollten niemals fremden Personen übergeben werden, auch nicht, wenn diese sich als Polizisten, Notare, Staatsanwälte etc. ausgeben
  • Die echte Polizei ruft niemals unter der Nummer 110 an. Wenn diese Nummer im Telefondisplay erscheint (ggf. mit einer Vorwahl des Wohnorts), handelt es sich nicht um die echte Polizei
  • Die echte Polizei wird niemals am Telefon dazu auffordern, Geld oder Wertgegenstände herauszugeben
  • Die echte Polizei fragt am Telefon niemals nach Vermögensverhältnissen, nach Bargeld oder Wertgegenständen, die zu Hause aufbewahrt werden
  • Umfangreiches Informationsmaterial zu Betrug am Telefon, aber auch zu anderen Kriminalitätsphänomenen finden Sie auf www.polizei-beratung.de

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