1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Kreis Herford
  6. >
  7. Feuer am Gestüt Auenquelle in Rödinghausen

  8. >

Update: Misthaufen brennt – Rennpferde in Sicherheit - Einsatzkräfte kontrollieren am Abend erneut

Feuer am Gestüt Auenquelle in Rödinghausen

Rödinghausen

Als die Meldung „Feuer beim Gestüt Auenquelle“ um 4.46 Uhr am Samstagmorgen eingeht, löst die Leitstelle Großalarm aus. Vor Ort wird der Feuerwehr – sie ist mit etwa 60 Kräften da – klar: Es brennt „nur“ der Misthaufen. Um 13 Uhr erst endet der Einsatz. Die Brandursache ist unklar.

Von Kathrin Weege

Die Feuerwehr löscht den Misthaufen, er wird mit dem Trecker zerlegt. Ein Übergreifen auf die angrenzende Strohhalle kann verhindert werden. Foto: Kathrin Weege

Das bedeutet viel Arbeit, für Karl-Dieter Ellerbrake, der seit gut 40 Jahren Rennpferde am Fuße des Wiehengebirges züchtet, aber auch große Erleichterung. Keinem Tier ist etwas passiert. Kein Gebäude nimmt Schaden. „So gut wie alle unsere Pferde sind zu dieser Jahreszeit auf der Weide“, sagt er. Das Feuer hatte ein vorbeifahrender Autofahrer entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert.

Während die Einsatzkräfte den Brand am XXL-Misthaufen löschen, wird dieser mit dem Trecker nach und nach auseinandergenommen. „Sobald wir den Schlauch entfernen, fängt es wieder an zu brennen. Der komplette Misthaufen muss zerlegt und abgelöscht werden, um sämtliche Glutnester auszumerzen“, sagt Rödinghausens Feuerwehrsprecher Jens Rüter. Auch der Mist, der schon auf der Hoffläche verteilt ist, wird erneut gewässert. Am Nachmittag erklärt Rödinghausens Feuerwehrchef Marcel Breitenfeld, dass nur der halbe Haufen auseinander genommen werden musste. Die Bierener Löschgruppe sei bis 13 Uhr vor Ort gewesen und werde um 18 Uhr noch einmal  kontrollieren. Bereits am Mittag war eine Wärmebildkamera im Einsatz, um alle Glutnester zu entdecken.

Dabei unterstützt das Team vom Gestüt die Feuerwehr mit dem Traktor. Das laufe in Rödinghausen oft so. „Wir sind sehr dankbar, so mussten wie für diese Arbeit nicht extra jemanden ordern“, meint Rüter. Zum Dank für ihren frühen Einsatz bieten die Mitarbeiter des Gestüts den Helfern im Gegenzug etwas zu Trinken an.

Der erste Akt der Feuerwehr nach dem Eintreffen ist, dass sie die angrenzende Halle am Misthaufen sichert. Denn in ihr befindet sich Stroh. Das gelingt. "Wir haben die Halle gekühlt", so der Feuerwehrchef. In der Fachsprache nennt man das "Riegelstellung".

Großeinsatz für die Feuerwehr

Für die Wasserversorgung muss die Feuerwehr einen leuchtend gelben Schlauch auch über die Weide an den Stallungen legen. Stute und Fohlen nehmen die Aufregung relativ gelassen. Für Fluchttiere ist das nicht unbedingt selbstverständlich.

Im Einsatz sind am frühen Samstag etwa 13 Fahrzeuge, entlang der Donoer Straße zieht sich das Blaulicht. Weitere Wagen stehen an der Oberbauerschafter Straße. Neben der kompletten Rödinghauser Einsatztruppe sind die hauptamtliche Wache Bünde mit Einsatzwagen sowie Drehleiter da und der Kreis Herford mit Atemschutz sowie dem Abrollbehälter Wasser. „Hier auf dem Land weiß man nicht, ob wirklich immer genug Wasser zur Verfügung steht und wie viel man braucht“, erklärt Rüter. Am Gestüt Ellerbrake ist aber ausreichend Löschwasser vorhanden.

Die Brandursache steht am Morgen nicht direkt fest. Routinemäßig ist auch die Polizei vor Ort. "Als wir ankamen, schlugen die Flammen zwei Meter hoch. Was die genaue Ursache für das Feuer war, lässt sich nicht mehr klären, vermutet Breitenfeld. Dass sich Misthaufen, in denen sich regelmäßig Wärme entwickelt, selber entzünden, kommt immer wieder vor.

40 Jahre Rennpferdezucht

Karl-Dieter Ellerbrake züchtet seit 40 Jahren Englische Vollblüter. Sein Hengst Torquator Tasso ist das wohl größte Erfolgspferd vom Gestüt Auenquelle. Es wurde mit dem Titel „Galopper der Jahres 2020“ ausgezeichnet.

Startseite
ANZEIGE