Schlechte Wetterprognosen und Testzwang hemmen die Euphorie für die Herforder Außengastronomie

Gastwirte tasten sich aus dem Lockdown

Herford

Die große Freiluft-Party fällt aus, auch wenn Restaurants, Kneipen und Eisdielen von kommenden Freitag an wieder draußen öffnen dürfen. Herfords Gastwirte kehren mit gebremster Euphorie aus dem Lockdown zurück. Gründe sind das Wetter und der Testzwang für Gäste.

Stephan Rechlin

Marc Höhne wartet auf wärmere Tage. Foto: Weege

Regine Tönsing, aus Herford stammende Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes, zeigt dafür volles Verständnis: „Die Betriebe waren monatelang geschlossen, haben praktisch nur von Überbrückungsgeldern gelebt.“ Wer in den kommenden Tagen bei Regen, kühlen Temperaturen und nach wie vor gesperrten Innenräumen den Kostenapparat wieder voll hochdrehe, drohe sich zu verzetteln: „Dann war das ganze Durchhaltemanöver umsonst.“

Diese Schlussfolgerung zieht auch Marc Höhne aus dem Elsbachrestaurant: „Auf Mallorca bei 30 Grad im Schatten oder in Urlaubsstimmung auf Sylt mag das funktionieren. Doch hier setzt sich doch niemand mit dicker Jacke nach draußen in ein Lokal, wenn immer wieder Schauer drohen und man sich vorher auch noch testen lassen muss.“ Das gelte auch für Genesene und Geimpfte. Er sei umgehend am Start, sobald die Temperaturen steigen und die Inzidenzen weiter sinken.

Regine Tönsing dämpft die Euphorie. Foto: Bernhard Pierel

Das sieht sogar Tamin Rahin so, Inhaber der Eisdiele Piccoli auf dem Alten Markt: „Der Aufbau von Tischen und Stühlen draußen würde auch einen höheren Personaleinsatz erfordern. Der wird sich bei diesen Temperaturen aber nicht rechnen.“ Sobald es wärmer werde, sei er dabei. Auf die Kurz-Eisbar am Janup kann auch nicht ausgewichen werden – sie erneuert gerade Eisküche und Lager und ist vom 29. Mai an wieder im Einsatz.

Henrik Krömker wartet noch ab. Foto: Moritz Winde

Theoretisch müsste Henrik Krömker vom Hansa Hotel seine Außengastronomie wieder aktivieren, um touristische Übernachtungsgä-ste versorgen zu können. Denn im Gegensatz zu Geschäftsreisenden dürfen sie drinnen nicht mit Essen versorgt werden, nur draußen. Krömker habe aufgegeben, solche Vorgaben verstehen zu wollen: „Der Aufenthalt rein touristischer Gäste hält sich gegenwärtig noch in Grenzen.“ Also warte auch er ab, wie sich die Besucherfrequenz in Herford entwickele , bevor er Tische und Stühle nach draußen stelle.

Die Gaststätte Föge am Alten Markt wird am Freitag auf jeden Fall wieder öffnen. Nur mit dem „Cxielo“ an der Luisenstraße ist Inhaber Admir Selimovic noch vorsichtig: „Mit der Föge auf dem wichtigsten Platz Herfords möchte ich ein Zeichen setzen. Sie ist auch ohne hohen Personaleinsatz draußen zu betreiben.“ Das sehe mit seinem Restaurant im Marta-Viertel schon anders aus: „Das steuern Gäste gezielt an, wenn das Wetter stimmt.“

Startseite