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IAB Herford will Hausbesitzer über Gefahr bei Starkregen informieren

1300 Häuser gefährdet

Herford (WB). Bilder von Überflutungen kennen viele nur aus den TV-Nachrichten. Doch auch in Herford gibt es Problemzonen, in denen die Feuerwehr schon bei Starkregen häufig im Einsatz ist – beispielsweise im Lübberlindenweg oder in den Bereichen Engerstraße/Bahnhof, Gaußstraße oder Bauvereinstraße. Die Stadt will Hausbesitzer nun gezielt auf mögliche Gefahren hinweisen.

Peter Schelberg

Ein Problembereich bei Starkregenfällen war in der Vergangenheit immer wieder der Lübberlindenweg, von dem aus – so wie hier im Jahr 2009 – teilweise auch noch die angrenzende Mindener Straße überflutet wurde. Foto: Moritz Winde

Denn eine Untersuchung hat gezeigt, dass von den 16.000 Liegenschaften im Stadtgebiet bei einem Starkregen, der statistisch nur alle 30 Jahre einmal auftritt, immerhin 1100 Gebäude stark und 2000 Gebäude mittelmäßig gefährdet sind. Bei starker Gefährdung sind auf dem Grundstück Wasserstände von mehr als 30 Zentimeter zu erwarten, bei mittlerer Gefährdung zwischen 10 und 20 Zentimeter.

Immer wieder extreme Regenfälle

Beim extremeren 100-jährlichen Niederschlagsereignis wären 1500 Häuser stark und 2300 Bauwerke mittelmäßig gefährdet. Überraschende Erkenntnis: Die Unterschiede zwischen 30- und 100-jährlichem Regenereignis waren geringer als erwartet. »Es besteht Handlungsbedarf«, stellt Gerhard Altemeier, Technischer Betriebsleiter beim Immobilien- und Abwasserbetrieb IAB, klar.

Anlass für die Untersuchung war, dass in der Vergangenheit immer wieder extreme Regenfälle aufgetreten sind, für die das Kanalnetz nicht ausgelegt ist. »Eine Vergrößerung der Kanäle wäre aber keine Alternative«, betont Altemeier. »Das wäre weder sinnvoll noch wirtschaftlich darstellbar. Und es würde betriebliche Probleme mit sich bringen.« Stattdessen könnten beispielsweise betroffene Straßen kurzzeitig als Zwischenspeicher für die Niederschläge genutzt oder öffentliche Grünflächen mit Niederschlagswasser bei Starkregen geflutet werden.

Vorbericht der Auswertung am 19. September

Um genaue Erkenntnisse über Gefährdungspotenziale zu bekommen, hatte der IAB eine Überflutungssimulation in Auftrag gegeben. Dabei wurde die Berechnung des Kanalnetzes gekoppelt mit einer Abflusssimulation auf der Oberfläche im Stadtgebiet: »So können wir nachvollziehen, wohin das aus Schächten austretende Wasser strömt – und auch, welche Schäden hervorgerufen werden können«, erläutert der Betriebsleiter.

Gerechnet wurde für Extremregen, der einmal in 100 Jahren vorkommt, aber auch für 30-jährlichen Starkregen. Dabei wurden sowohl Flächen erkannt, aus denen Niederschlagswasser »wild« abfließt und Grundstücke überfluten kann, als auch Abwasser aus Kanälen, das tiefer liegende Grundstücke erreicht. »Als Ergebnis können wir nun gezielt ableiten, welche Grundstücke gefährdet sind«, sagt Altemeier.

Nach Auswertung der Daten soll festgestellt werden, was der IAB tun muss, damit bei einem 30-jährlichen Regen Schäden vermieden werden. Für zusätzliche Probleme beim 100-jährlichen Niederschlagsereignis stehe der Grundstückseigentümer in der Verantwortung.

Einen Vorbericht zur Überflutungssimulation wird es am Dienstag, 19. September, im IAB-Betriebsausschuss (Beginn: 17 Uhr im Technischen Rathaus) geben.

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