1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Herford
  6. >
  7. 40 Einbrüche in neun Tagen

  8. >

Zahl der Taten sprunghaft gestiegen – Polizei gründet Ermittlungskommission

40 Einbrüche in neun Tagen

Herford (WB). In Herford ist die Zahl der Wohnungs- und Geschäftseinbrüche seit Ende November sprunghaft  gestiegen. Allein an den letzten beiden Wochenenden wurden fast 40 Wohnungseinbrüche registriert. Die Polizei hat eine Ermittlungskommission gegründet.

Moritz Winde

Die Zahl der Einbrüche in der Innenstadt ist sprunghaft gestiegen. Foto: dpa

Mit vereinten Kräften will die Behörde nun also gegen die Kriminellen vorgehen, die in Häuser  einsteigen, um an schnelles Geld zu kommen.  Auf Anordnung des neuen Polizeichefs Dirk Zühlke wurden bis zu zwölf Ermittler zusammengezogen, die ausschließlich mit der Bekämpfung dieser Straftaten beauftragt sind. Mit erstem Erfolg: Nach Informationen dieser Zeitung konnte die Polizei  einen  Mann festnehmen, der für mehrere Einbrüche verantwortlich sein soll. Die Kripo erhofft sich von ihm weitere Hinweise.

Der Großteil der Delikte passiere in der Herforder Innenstadt, sagt Polizeisprecher Uwe Maser. Dabei schlagen die Einbrecher längst nicht mehr nur im Schutz der Dunkelheit zu. »Fast zwei Drittel der Einbrüche  werden tagsüber verübt, wenn niemand zu Hause ist«, sagt Uwe Maser und appelliert an die Herforder,  ihre Häuser gegen ungebetene Gäste zu sichern und stets wachsam  zu sein. Fenstern und Türen mit geöffnetem Oberlicht seien eine Einladung für Einbrecher – Gelegenheit macht Diebe.

Wie schnell die Täter vorgehen, belegt ein Fall vom Donnerstag. Nur eine halbe Stunde, von 17 bis 17.30 Uhr, waren Bewohner eines Hauses in der Parkstraße weg. Als sie wiederkamen, fehlten Schmuck und Bargeld im Wert von 1300 Euro. Die Täter kamen durch ein aufgehebeltes Kellerfenster herein.

Gleich in zwei Häuser an der Waldspitze brachen Unbekannte am Mittwochnachmittag ein. Beide Male wurde die Terrassentür aufgebrochen. Die Beute: Schmuck, Bargeld und ein Notebook für mehrere tausend Euro. Sprecher Uwe Maser: »Wir vermuten regionale Täter hinter den Taten.«

Der  Anstieg der Wohnungseinbrüche verhagelt der Herforder Polizei die Jahresstatistik. Bis zum Sommer verzeichnete die Behörde an der Hansastraße entgegen dem Trend leicht rückläufige Werte. Inzwischen kann man wohl davon ausgehen, dass sich die Zahlen auf Vorjahresniveau oder sogar darüber einpendeln werden.

Im Jahr 2014 wurden im Kreis Herford 423 Wohnungseinbrüche registriert und damit  wiederum 18 Fälle mehr als im Vorjahr. Damit ist eine seit 2010 anhaltende Entwicklung trotz Präventionsmaßnahmen wie der Aktion »Riegel vor« noch nicht aufgehalten. Die Aufklärungsquote im Kreis Herford lag bei 15,60 Prozent und damit  ganz leicht über dem Landesdurchschnitt.

Neben der Häufung der  Wohnungseinbrüche, die bei den Opfern oft für erhebliche Verunsicherung sorgen, bereiten der Polizei auch Geschäftseinbrüche Sorgen. Dienstagnacht wurden aus dem Elektrogeschäft Unger an der Mindener Straße drei Kaffeevollautomaten sowie der PC gestohlen. Der Schaden beträgt fast 4000 Euro.

Startseite