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Herforder zeigte sich offenbar selbst an

46-Jähriger soll Kinder missbraucht haben

Herford (WB). Ein 46 Jahre alter Mann aus Herford muss sich ab dem 10. Februar vor dem Landgericht Bielefeld wegen des sexuellen Missbrauchs von zwei Kindern verantworten. Der mehrfach Vorbestrafte soll sich nach Informationen des HERFORDER KREISBLATTES im vergangenen Sommer selbst – in angetrunkenem Zustand – bei der Polizeiwache an der Hansastraße angezeigt haben.

Bernd Bexte

Der Herforder soll sich im vergangenen Sommer selbst auf der Polizeiwache an der Hansastraße angezeigt haben.

Konkrete Folgen hatte das für ihn zunächst aber wohl nicht. Er soll erst mehrere Tage später nach einer Wohnungsdurchsuchung festgenommen worden sein. Seit dem 12. August sitzt der Herforder nun in Untersuchungshaft.

Ihm wird zur Last gelegt, in den Jahren 2012 und 2013 in vier Fällen ein damals zehnjähriges Mädchen aus dem Bekanntenkreis im Intimbereich angefasst und versucht zu haben, mit dem Finger in dessen Vagina einzudringen. Das Mädchen habe sich jedoch gewehrt, so dass es bei einer versuchten Tat geblieben sei.

Abwesenheit der Eltern ausgenutzt?

Deshalb steht hier der Vorwurf des versuchten schweren Missbrauchs im Raum. Der Angeklagte soll sich damals mit dem Mädchen alleine in der Wohnung dessen Eltern in Herford aufgehalten haben.

Auch in dem zweiten von der Bielefelder Staatsanwaltschaft angeklagten Fall soll er die Abwesenheit der Eltern ausgenutzt haben. Im Mai 2019 soll er sich zwei Mal alleine mit einem damals neun Jahre alten Mädchen in der Wohnung der Familie in Herford aufgehalten haben. Laut Anklage filmte er mit seinem Handy, wie er das Mädchen unter dessen ärmellosen Top anfasste und an der Brust streichelte.

Der alleinstehende Deutsche ist mehrfach vorbestraft. Bislang war er allerdings hauptsächlich wegen Drogendelikten in Erscheinung getreten. Vor mehr als 20 Jahren soll er jedoch auch wegen eines Sexualdeliktes belangt worden sein: Nach Informationen des HK hatte er damals eine dreijährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung einer erwachsenen Frau abgesessen.

Der Angeklagte wird vom Herforder Strafverteidiger Christian Thüner vertreten. Er wollte am Donnerstag keine Angaben zu dem Fall machen. Nur so viel: „Die Darstellung meines Mandanten weicht von den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft deutlich ab.“

Allein der vorgeworfene versuchte schwere sexuelle Missbrauch des Kindes im ersten Fall könnte zu einer mehrjährigen Haftstrafe führen. In dem zweiten angeklagten Fall vom vergangenen Mai treten die Eltern als Nebenkläger auf.

Für den Prozess sind bis zum 9. April insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt, da zahlreiche Zeugen angehört werden sollen. Für den Prozessbeginn am Montag, 10. Februar, vor der IV. Strafkammer des Bielefelder Landgerichts wird allerdings nur die Anklageverlesung erwartet, da die halbjährige Dauer der Untersuchungshaft abläuft. Bis dahin muss in der Regel mit einem Strafprozess begonnen werden.

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