1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Herford
  6. >
  7. 60 Lehrer streiken für mehr Geld

  8. >

Protestzug durch Herford – Forderungskatalog an Schulministerin überreicht – mit Video

60 Lehrer streiken für mehr Geld

Herford (WB). 60 angestellte Lehrer aus dem Kreis Herford haben am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt. Sie waren damit einem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gefolgt. Die GEW fordert unter anderem sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro.

Moritz Winde

Die angestellten Lehrer ziehen mit Trillerpfeifen, Rasseln, Plakaten und Fahnen durch die Herforder Innenstadt. Foto: Moritz Winde

Als die schwarze Regierungs-Limousine in die Salzufler Straße einbiegt, wird‘s laut. Die Demonstranten – ausgerüstet mit Trillerpfeifen und Rasseln – bereiten Yvonne Gebauer einen ohrenbetäubenden Empfang. Die FDP-Politikern hat einen Termin in der Gesamtschule Friedenstal. »Wir wussten das natürlich und wollten die Ministerin eigentlich abfangen«, sagt Marion Vinke, die den Streik für die Gewerkschaft organisiert hat.

»Bezahlung ist unfair«

Wenige Meter vor den Protestlern – sie waren zuvor quer durch die Innenstadt gezogen – hält der Audi. Steigt Yvonne Gebauer aus und hört sich die Sorgen und Wünsche ihrer Angestellten aus dem Kreis Herford an? Doch der Chauffeur steuert den Wagen auf den Hof hinter das Gebäude. Folgen können die Streikenden nicht – sie dürfen das neutrale Schulgelände nicht betreten. Marion Vinke ist nicht gerade glücklich: »Ich hätte mir das anders gewünscht.«

Die Pädagogin des Friedrich-List-Berufskollegs möchte der Ministerin schließlich einen Forderungskatalog überreichen. Im Kern geht es darin um eine Lohnerhöhung von sechs Prozent für die angestellten Lehrer. »Die verdienen im Vergleich zu den verbeamteten Kollegen im Schnitt 500 Euro weniger – für dieselbe Arbeit. Das ist unfair.«

Ministerin nimmt Katalog an

Mit Kollegin Jutta Helling vom Anna-Siemsen-Kolleg wagt sie sich zum Auto vor. Notfalls wollen sie die Mappe hinter die Scheibenwischer klemmen. Yvonne Gebauer ist bereits im Schulgebäude. Als sie beobachtet, dass sich die Gewerkschafts-Frauen an dem Audi zu schaffen machen, kommt die 52-Jährige hinaus auf den Schulhof. Sie nimmt den Schnellhefter freundlich, aber reserviert entgegen und begründet ihr Nichtanhalten mit folgenden Worten: »Menschenmengen liegen mir nicht.« Marion Vinke: »Ich finde es toll, dass die Ministerin unser Anliegen dann doch noch persönlich entgegen genommen hat.«

Für den 26. Februar ruft die Gewerkschaft die angestellten Lehrer erneut zum Streik auf. In Nordrhein-Westfalen sind nach GEW-Angaben 40.000 von 200.000 Pädagogen nicht verbeamtet.

Startseite