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Staatsanwalt stellt Ermittlungen zum Überweisungsbetrug in Herford ein

Agenten am Bismarckturm

Herford (HK). Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat die Suche nach dem Täter eingestellt, der die Mitglieder des Freundeskreises Herforder Bismarckturm um 10.000 Euro bringen wollte. Im Januar war dem Vorstand aufgefallen, dass diese Summe überraschend auf ein Konto in Frankreich überwiesen worden war.

Stephan Rechlin

Noch ist der Bismarckturm für Besucher geschlossen.

Bisherige Ermittlungen ergaben, dass das Konto bei der französischen Bank Carrefour geführt wird. Der Kontoinhaber war den Angaben der Staatsanwalt zufolge jedoch nicht eindeutig zu ermitteln. Auf eine weitere Verfolgung des Zahlungsweges mit Hilfe französischer Behörden verzichtete die Bielefelder Staatsanwaltschafwegen mangelnder Aussicht auf Erfolg.

Aus zahlreichen vorangegangenen Verfahren dieser Art hätten Ermittler erfahren, dass für solch einen Überweisungsbetrug Personen als Finanzagenten angeworben werden, die über die tatsächliche Identität ihrer Hintermänner bewusst im Unklaren gelassen würden. Falls tatsächlich ein Kontobesitzer in Frankreich ermittelt werden könnte, käme danach lediglich, wenn überhaupt, ein Vergehen der leichtfertigen Geldwäsche nach Paragraf 261 des Strafgesetzbuches in Betracht. Dabei handele es sich jedoch nur um ein Fahrlässigkeitsdelikt, das keine Versuchsstrafbarkeit vorsehe.

Ohne Tat kein Verdacht

Da der Überweisungsbetrug bei den Freunden des Bismarckturms im Versuchsstadium stecken geblieben sei, sei kein Tatverdacht gegeben. Der ersten Vorsitzenden Regina Hensel teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass also von unbekannten Tätern auszugehen sei, deren Personalien im Moment jedenfalls nicht ermittelt werden könnten.

„Außer Spesen nichts gewesen“, interpretiert Hensel das Ermittlungsergebnis. Sie ist erleichtert, dass die betrügerische Überweisung rechtzeitig storniert wurde, so dass dem Verein kein Schaden entstanden sei. In der jüngsten Versammlung am Donnerstagabend ging es vor allem um die Frage, ob, wann und wie der Turm in diesem Jahr wieder bestiegen werden kann. Ein großer Teil der Vereinsmitglieder dürfe nicht zur Turmaufsicht eingeteilt werden, da er der Corona-Risikogruppe angehöre.

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