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Kreis Herford appelliert: Vorsicht vor der Ambrosia-Pflanze

Allergien drohen

Herford (WB). Jeder Gärtner freut sich über seine Blumen – sicherlich auch, wenn mal eine unbekannte Pflanze dabei ist. Es ist jedoch nicht jede Pflanze ein Grund zur Freude. So gibt es Pflanzen, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren. Solche sogenannten Neophyten beeinflussen häufig das gewachsene Ökosystem. Eine solche Pflanze ist die Ambrosia artemisifolia, auch bekannt als Beifuß-Ambrosie, Beifußblättrige Ambrosie, Traubenkraut oder Amerikanisches Traubenkraut. Sie ist eine einjährige, krautige Sommerpflanze.

Der Kreis warnt vor der Ambrosia-Pflanze. Foto:

Im Kreis Herford wird Ambrosia seit 2007 intensiv beobachtet: „Ihre Pollen gelten als die stärksten derzeit bekannten Allergene aus dem Pflanzenreich und können tränende Augen, Kopfschmerzen oder sogar Asthma auslösen, weshalb sie in Australien „Asthma-plant“ heißt. Ambrosia schafft Allergien auch bei Menschen, für die diese Krankheit bisher unbekannt war, da die Pollen sehr klein und aggressiv sind und tief in die Bronchien eindringen können“, erklärt Hannelore Frick-Pohl von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford.

Pflanze keimt auf allen Böden

Die 10 bis 200 Zentimeter hohe Pflanze keimt auf allen offenen Böden. Sie wächst im Frühjahr langsam und kann in dieser Zeit mit unter anderem mit dem einheimischen Gemeinen Beifuß oder sogar mit Möhren verwechselt werden. Aber während alle anderen Pflanzen gleichmäßig gedeihen, legt Ambrosia im Juni eine enorme Wachstumspause ein, um dann Anfang August Blüten auszubilden.

Hautreizungen möglich

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen außerdem, dass sich Ambrosia in Europa verändert hat. Ihre Samen sind nicht nur deutlich größer als diejenigen der aus Amerika stammenden Populationen, sondern sie keimen fast doppelt so häufig und viel schneller wie ihre amerikanischen Vorfahren. Zudem ist sie hierzulande wesentlich toleranter gegenüber Frost und hat hier keine natürlichen Feinde. Sie gilt als derzeit aggressivster pflanzlicher Einwanderer und sollte deshalb entfernt werden.

Aber dabei ist Vorsicht geboten, erklärt Hannelore Frick Pohl: „Tragen Sie dabei Handschuhe und vermeiden Sie jeden Körperkontakt, denn das Berühren der Blätter kann zu Hautreizungen und zur Sensibilisierung führen.“

Weitere Hilfe bei Fundmeldung, Bestimmung und Bekämpfung von Ambrosia gibt es bei Hannelore Frick-Pohl oder Peter Nipper-Hansen unter Tel. 05221/132321.

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