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Waltgeristraße: Rossmann muss warten

Altöl im Boden stoppt Baubeginn

Herford (WB). Der geplante Bau einer Rossmann-Filiale in der Waltgeristraße könnte noch ein Fall für Juristen werden. Seit Monaten hängt am Zaun neben dem Parkplatz zum Aldi-Markt das Banner „Rossmann – Demnächst auch hier“. Seit Monaten ruhen allerdings die Arbeiten auf dem Gelände, auf dem früher der NAAFI-Shop der Briten stand.

Ralf Meistes

Auf dem Gelände des ehemaligen Netto-Marktes möchte Lidl bauen. Foto:

Denn der Boden, auf dem die Rossmann-Filiale gebaut werden soll, ist kontaminiert. In den 1950er Jahren gab es dort eine Großbäckerei der Briten. Ein defekter Öltank hat in jener Zeit den Boden verseucht. Um das Problem zu beheben, stehen zwei Optionen im Raum: Entweder der Bereich wird ausgekoffert und der belastete Boden entsorgt. Was bei einer Tiefe von bis zu acht Metern mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Oder das Grundwasser, das dort belastet sein könnte, wird regelmäßig abgepumpt und gereinigt.

Am Montag haben sich wieder Vertreter der Stadt Herford und der Kreisverwaltung zusammengesetzt, um über das Problem zu beraten. Die Umweltabteilung des Kreises muss über die Sanierungsmaßnahme entscheiden. „Wir brauchen zuvor aber noch einige Informationen“, sagt Udo Busse, Leiter des Bereichs Umwelt, Planen und Bauen bei der Kreisverwaltung. Es geht auch um die Frage, wie groß die belastete Fläche im Erdreich ist. Die Stadt geht davon aus, dass die Ölreste auch unterhalb der Straße liegen. Selbst unterhalb des benachbarten Aldi-Marktes könne noch Altöl entdeckt werden, heißt es aus der Stadtverwaltung. Das nächste Treffen mit dem Kreis ist für Ende Februar vorgesehen.

Wer muss für die Kosten der Entsorgung aufkommen?

Es steht die Frage im Raum, wer für die Entsorgung der Altölreste aufkommen muss. Die Behörde richtet sich zunächst an den Eigentümer, das wäre in diesem Fall das Unternehmen Rossmann. Verkauft worden ist die Fläche allerdings von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Hier wird sicherlich auch nach der Verantwortung der Bima gefragt. „Das Ganze ist hoch spannend“, verrät ein Verwaltungsmitarbeiter. Mit dem Thema beschäftigt sich auch ein Bürgerantrag, über den in der Bauausschuss-Sitzung am 29. Januar diskutiert wird.

Ein weiteres Thema der Sitzung ist der geplante Bau von sechs Wohnhäusern in der Bandelstraße. Das Grundstück gehört dem Herforder Unternehmer Friedrich-Wilhelm Schöneberg. Dieser wollte vor drei Jahren dort drei Mehrfamilienhäuser errichten. Diese Pläne sind mittlerweile nicht mehr aktuell. Stattdessen sollen auf der Wiese zwischen Bandelstraße und Bodelschwinghstraße sechs Wohnhäuser errichtet werden. Die Mitglieder des Bauausschusses beschäftigen sich mit der Bauvoranfrage.

Lidl will an die Ahmser Straße

Unklar ist die Entwicklung des geplanten Lidl-Marktes an der Ahmser Straße. Auf dem Gelände des ehemaligen Netto-Marktes will der Discounter einen Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern errichten. Die Politik ist skeptisch, weil die Planung dem Einzelhandelskonzept der Stadt Herford widerspricht. Das Konzept sieht vor, dass größere Märkte, die auch innenstadtrelevante Waren verkaufen, nicht außerhalb des Zentrums bauen dürfen. Die Stadt will damit die Geschäfte in der Innenstadt stärken. Nun sieht der alte Bebauungsplan allerdings eine Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern vor. Die Verwaltung wird in der Sitzung mit den Mitgliedern des Bauausschusses über das weitere Vorgehen beraten.

Der öffentliche Teil der Bauausschuss-Sitzung beginnt am 29. Januar um 17 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Da gerade für das Projekt Bandelstraße auch mit dem Besuch einiger Anlieger zu rechnen ist, steht dieses Thema relativ weit vorne auf der Tagesordnung.

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