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Stadt und Kreis Herford können sich nicht einigen

Am Gange: Nur ein Teil wird verschönert

Herford (WB). Von einer historisch bedeutsamen Wegeführung zwischen dem alten Herforder Stift und der Mühle an der Bowerre ist die Rede, wenn es um die Straße Am Gange geht. Heute habe dieser Gang allerdings eher »den Charakter eines Hinterhofs« befindet die Stadt. Deshalb soll der Bereich überplant werden.

Ralf Meistes

Die Fläche innerhalb der gestrichelten Linie soll neu gestaltet werden. Das Grundstück an der VHS wird nicht überplant. Foto: Moritz Winde

Kaputtes Pflaster, große Pfützen

Im Dezember wird den Mitgliedern des Bauausschusses der neue Plan für die Neugestaltung der Straße Am Gange vorgelegt. Um die Qualität des Bereichs zu verbessern, wurde ein barrierefreies Gestaltungskonzept entwickelt. Kaputtes Pflaster, Stolperkanten, große Pfützen, – all das soll schon bald der Vergangenheit angehören.

Kommentar

Wenn es um die digitale Infrastruktur oder Radschnellwege geht, dann wird erklärt, hier müsse man das Kirchturmdenken beiseite lassen und das große Ganze sehen. Kommunen, so der Tenor, müssen mehr zusammenarbeiten. Warum im Bereich Am Gange nur die städtischen Flächen, nicht aber die Flächen des Kreises überplant werden, ist vielleicht unter Verwaltungsbeamten zu erklären, nicht aber der Bevölkerung, die den Bereich täglich nutzt. So lange es Fälle wie Am Gange gibt, muss über interkommunale Zusammenarbeit im Kreishaus und im Rathaus nicht diskutiert werden. Ralf Meistes

Kosten von 525.000 Euro

Die Umgestaltung soll 2020 umgesetzt werden. Nach bisherigen Schätzungen liegen die Umbaukosten bei 525.000 Euro. Das Land fördert die Maßnahme über das ISEK-Programm mit 312.000 Euro. Eine entsprechende Förderzusage liegt vor.

Größter Anlieger an der Straße Am Gange ist seit 1983 die Volkshochschule des Kreises Herford. Die VHS befindet sich in einem denkmalgeschützten dreigeschossigen Backsteinbau von 1896, dessen historischer Eingangsbereich an der Elisabethstraße liegt. Der einzige barrierefreie Eingang befindet sich seitlich, zur Straße Am Gange.

Nur die städtische Fläche

Wenn am 5. Dezember die Mitglieder des Bauausschuss über die Neugestaltung entscheiden, denn stimmen sie allerdings nicht über den gesamten Bereich rund um die VHS ab. Denn Teile der Grundstücke gehören dem Kreis Herford – und diese werden nicht überplant. »Wir legen einen Plan für die städtischen Flächen vor«, bestätigt Beigeordneter Dr. Peter Böhm auf Anfrage.

Keine Einigung mit dem Kreis

Das bedeutet, die Stadt möchte das Areal zwar attraktiver gestalten, weg vom Hinterhof-Charakter. Etwa ein Drittel des Gesamt-Areals bleibt von den Verschönerungsarbeiten jedoch unberührt. Während die Stadt Fördermittel für die Umgestaltung erhält, stehen dem Kreis entsprechende Mittel nicht zur Verfügung. Der Kreis hätte sich bei einer Gesamtplanung mit 300.000 Euro an der Neugestaltung beteiligen sollen, heißt es. Dies sei auf Ablehnung gestoßen.

Umgekehrt habe der Kreis der Stadt Herford die Fläche zum Kauf angeboten. Hier soll eine Summe von 100.000 Euro im Raum gestanden haben. Zu viel für die Stadt. Also wird jetzt nur ein Teilbereich verschönert.

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