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Behörde erhält Zuspruch nach Schüssen auf flüchtenden Opel-Fahrer

Anwohner danken der Polizei

Herford (WB). Nachdem das WESTFALEN-BLATT in der Samstagsausgabe gefragt, hatte, ob die Polizeischüsse auf Verkehrsrowdy Roman H. angebracht waren, melden sich nun Anwohner zu Wort. Sie bedanken sich ausdrücklich bei der Polizei für ihr Handeln.

Moritz Winde

Anwohner Gerd-Henning Sandleben verfolgte die Szene aus dem Badezimmerfenster. »Das war wie im Krimi«, sagt der 73-Jährige. Foto: Moritz Winde

Einer von ihnen ist Gerd-Henning Sandleben. Der Wirtschaftsprüfer wohnt am Ende der Sackgasse »Im Großen Vorwerk«, in der – wie berichtet – die Verfolgungsjagd am Abend des 24. November endete. »Ich habe quietschende Reifen gehört und bin sofort zum Badefenster. Von dort hatte ich einen guten Überblick über das Geschehen. Das war wie im Krimi«, sagte der 73-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung.

Gerd-Henning Sandleben erzählte, dass Roman H. mit seinem Opel immer wieder vor und zurückgesetzt und dabei mehrere parkende Autos beschädigt habe. »Er benutzte seinen Wagen als Waffe und versuchte, die von Polizeiautos blockierte Ausfahrt zu durchbrechen.« Es sei eine kritische Situation gewesen. »Der Fahrer nahm billigend in Kauf, dass jemand verletzt wurde. Das war sehr gefährlich!«

Erst dann habe ein Polizist auf den flüchtenden Fahrer gefeuert. Die Kugeln sollen die Tür und die Scheibe durchschlagen und im Sitz eingeschlagen haben. »Die Beamten haben nicht wild um sich geschossen, sondern aus meiner Sicht professionell und bedacht reagiert«, sagte Gerd-Henning Sandleben.

Ähnlich sieht es Nachbarin Sandra Linnemann. »Als persönlich Betroffene möchte ich mich bei dem Beamten bedanken, der, durch den Gebrauch der Schusswaffe die Amokfahrt vor unserer Haustür beendet hat und uns Anwohnern einen Hauch von Beschütztwerden vermittelte.« Die Situation sei völlig außer Kontrolle gewesen. Trotz der objektiven Aussichtslosigkeit habe der Fahrer immer wieder Gas gegeben und auf Polizisten und Polizeiwagen zugehalten.

Sandra Linnemann: »Wer eine geparkte Mercedes E-Klasse sechs Meter weit schiebt, um in einer Sackgasse der Polizei zu entkommen, hat überhaupt nicht die Absicht, aufzugeben.«

Der 24-jährige Fahrer Roman H., der wegen schweren Raubes dreieinhalb Jahre im Herforder Gefängnis gesessen hat, hatte angegeben, er habe den Motor abgeschaltet und die Hände aufs Armaturenbrett gelegt. Erst dann seien die beiden Schüsse gefallen. Wie berichtet, hat die Bielefelder Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die Polizei eingestellt. Sie kam zu dem Ergebnis, die Beamten hätten aus Notwehr gehandelt.

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