1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Herford
  6. >
  7. Anwohner fürchten Verkehrsverlagerung

  8. >

Bewohner des Stiftskamp in Herford lehnen einen Umbau der Vlothoer Straße zur Fahrradstraße ab

Anwohner fürchten Verkehrsverlagerung

Herford (WB)

„Wenig durchdacht und von Aktionismus getrieben.“ So bewerten Anwohner der Straße Stiftskamp die Planung einer Ratsmehrheit von SPD, Grünen und Linken, ein Teilstück der Vlothoer Straße probeweise zur Fahrradstraße auszubauen. Ihre größte Sorge: Der Autoverkehr wird sich zunehmend in den Stiftskamp verlagern.

Ralf Meistes

Theodor Jopen befürchtet im Stiftskamp noch mehr Verkehr. Er hält die Umwandlung eines Teilstücks der Vlothoer Straße in eine Fahrradstraße für „wenig durchdacht“. Foto: Moritz Winde

Mit einer Unterschriftenliste, die an den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, Hans-Henning Warnecke (CDU) adressiert war, lehnen sie die Umwandlung zur Fahrradstraße ab. Dabei begrüßen die Unterzeichner das Vorhaben der Ratsmehrheit, den Radverkehr in Herford zu stärken.

Allerdings plane man an der falschen Stelle und zudem noch unvollständig, behauptet Theodor Jopen, einer der Initiatoren des Schreibens. Der Inhaber der Uhland-Apotheke und seine Mitunterzeichner heben die Bedeutung der Vlothoer Straße für den Verkehr hervor. Es handele sich um eine Ausfahrtsstraße und Verbindungsstrecke. „Angesiedelt sind bekanntlich Gymnasium, Grundschule, Kindergarten und von zunehmender Bedeutung der Bildungscampus mit dazugehöriger Wohnbebauung“, heißt es in dem Schreiben.

Die Verfasser halten es für Wunschdenken, dass alle, die die genannten Einrichtungen besuchen, künftig zu Fuß oder mit dem Fahrrad dorthin gelangen würden. Die bloße Tatsache, dass ein Teilstück der Vlothoer Straße zur Fahrradstraße ausgebaut wird, führe nicht dazu, dass der Autoverkehr geringer werde.

Eine gewollte „Verkehrsbehinderung“ an der Vlothoer Straße führe vielmehr zu einer Verkehrsverlagerung auf die umliegenden Straßen. Ähnlich wie die Leserbriefschreiberin aus der Ulmenstraße, die sich in dieser Woche zu Wort gemeldet hat, fürchten auch die Bewohner an der Straße Stiftskamp deutlich mehr Autoverkehr vor der eigenen Haustür.

„Schon jetzt wird der Stiftskamp, der keine Durchgangsstraße ist, gerne als zügig zu fahrende Ausweichstrecke genutzt. Eine vor Jahren von Anwohnern des Stiftskamp geforderte Verkehrsberuhigung wurde seinerzeit abgelehnt. Jetzt befürchten wir, dass der Verkehr eher zunimmt“, schreiben die Anlieger.

Um den Radverkehr attraktiver zu machen, müsse großräumiger und in zusammenhängenden Strecken gedacht werden. Die jetzt von SPD, Grünen und Linke vorgeschlagene Teststrecke sei in Wirklichkeit nur Symbolpolitik. Gut gemeint sei nun einmal nicht gut gemacht.

Startseite
ANZEIGE