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Architekt erläutert Planungsänderung – Bauausschuss berät

„Archäologisches Fenster lebt von der Überraschung“

Herford (WB). „Wir planen für etwas, von dem wir noch gar nicht so richtig wissen, was uns erwartet.“ Architekt Jörg Preckel aus Münster ist voller Vorfreude auf das  Archäologische Fenster an der Münsterkirche.

Bernd Bexte

In dem Ensemble, bestehend aus zwei Ausstellungsgebäuden, einem Kolonadengang und einem Innenhof, werden die Funde präsentiert, in der Mitte die Wolderuskapelle. Animation: Preckel Foto: Preckel

Der Bau- und Umweltausschuss wird bei seiner Sitzung am 26. Mai voraussichtlich einen entscheidenden Schritt zur Umsetzung des seit vielen Jahren geplanten Vorhabens vollziehen: Dann steht die Entscheidung über die notwendige Änderung des Bebauungsplans auf der Tagesordnung, um die aktualisierte Planung umzusetzen. So könnte schon im September der erste Spatenstich für das 3,3-Millionen-Projekt getätigt werden, Die Eröffnung ist für April 2022 vorgesehen.

Zwei Öffnungen ohne Scheiben

Gegenüber den bisherigen Planungen wird es einige Änderungen geben, wie Architekt Preckel erläutert. So werden etwa zwei Bodenöffnungen, die auf dem Außengelände archäologische Funde präsentieren sollen, nicht mit Glasscheiben abgedeckt. „Nach zwei Monaten wäre das Glas zerkratzt und auch das Kondenswasser würde die Optik schmälern. Das kennen wir von anderen Objekten dieser Art.“

Die archäologischen Fenster blieben deshalb offen und würden durch Geländer gesichert. Zudem sei es sein Wunsch, an der Nordseite des Ausstellungsgebäudes, das nördlich der Wolderuskapelle entstehen wird, eine unterirdisch begehbare Fläche zu schaffen. „Alles ist aber davon abhängig, was sich dort tatsächlich noch unter der Erde befindet.“ Für Jörg Preckel ist die Planung ein Prozess der Anpassung. „Das ganze Projekt lebt von der Überraschung. Dementsprechend müssen wir flexibel darauf reagieren.“

„Klimalinde“ wird versetzt

Das ist auch bei einem Teil der Begrünung notwendig: So muss die sogenannte „Klimalinde“, ein Baum, der anlässlich des Internationalen Hansetages in Herford 2013 aus Spenden finanziert und gepflanzt worden war, versetzt werden. Er gilt aufgrund seiner Bedeutung als erhaltenswert. Bei drei anderen kleineren Bäumen nördlich der Wolderuskapelle sieht es allerdings anders aus. „Die Errichtung des Ausstellungsgebäudes und die damit einhergehende Gestaltung der umliegenden Fläche bestimmen, ob die Bäume erhalten, versetzt oder gefällt werden müssen“, heißt es in der Ausschussvorlage.

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