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Herforder Geschichtsverein: „Beschäftigung einer Fachkraft erforderlich“

Archäologisches Fenster soll zur Sache aller Herforder werden

Herford

Im Vorfeld der Errichtung des Archäologischen Fensters am Münster (AFaM) sucht der Verein für Herforder Geschichte den Austausch mit externen Experten und potenziellen Netzwerkpartnern. In einem mehrstündigen Workshop wurden jetzt Ideen gesammelt und Kooperationsprojekte ausgelotet. Dabei ging es auch um die heiß diskutierte Namensgebung.

Sowohl in Gruppenarbeiten wie in gemeinsamer Diskussion brachten sich die Teilnehmenden engagiert ein. Foto: Herforder Geschichtsverein

„Wir wollen, dass unser Archäologisches Fenster zur Sache möglichst aller Herforderinnen und Herforder wird,“ sagt Lars Oliver Gehring, der Vorsitzende des Geschichtsvereins. „Immerhin geht es um unsere gemeinsame Geschichte. Dafür brauchen und suchen wir die Diskussion mit allen Bereichen der Stadtgesellschaft. Das war ein gelungener Auftakt.“

Das Projekt war zuletzt ins Stocken geraten, weil zunächst Versorgungsleitungen an der Münsterkirche vorbei in Richtung Mausefalle verlegt werden mussten. Der geplante Eröffnungstermine ist von Mai 2022 auf Frühjahr 2024 verschoben worden. Und es ist auch frühzeitig deutlich geworden: Aus dem Projekt, bei dem für die Stadt Herford keine Kosten entstehen sollten, ist ein Projekt geworden, an dem sich die Stadt sehr wohl finanziell beteiligen muss. Zunächst einmal gibt es eine Zusage von bis zu 500.000 Euro für die Umsetzung des Baus.

Nach dem jüngsten Austausch mit verschiedenen Beteiligten teilt der Geschichtsverein aber auch mit: „Auf Dauer ist eine – bisher nicht geplante – Beschäftigung einer Fachkraft für begleitende Veranstaltungen und Projekte sowie die Öffentlichkeitsarbeit erforderlich.“ Eigentlich sollte das AFaM so konzipiert werden, dass kein zusätzliches Personal für den Betrieb erforderlich ist.

Vorbereitet und moderiert wurde der Workshop von Franziska Klinkert, die sich vor einigen Monaten in die Namensdebatte um das Für und Wider der Ortsheiligen Pusinna eingemischt hatte und derzeit ein Praktikum beim Geschichtsverein macht. Zur Einführung hatte sie Professor Dr. Matthias Wemhoff aus Berlin per Video mit einer Kurzdarstellung zum Projekt „Archäologisches Fenster am Münster“ zugeschaltet. Er betonte nochmals, das es sich dabei nicht um ein Museum, sondern um eine moderne, mediengestützte Präsentation der archäologischen Funde handeln werde.

Die etwa 20 eingeladenen Teilnehmenden – Jugendliche und Lehrende, Museumsmacher und -vermittler, Fachleute aus der Stadtkultur und Geschichtsinteressierte – überlegten, wie das demnächst sicht- und erlebbar gemachte karolingisch-ottonische Frauenstift im städtischen Leben verankert und als Ausgangspunkt weiterer Aktivitäten genutzt werden könnte. „Alle haben aktiv mitgemacht; es sind viele gute Ideen entstanden“, sagt Franziska Klinkert, die von den Teilnehmenden positive Rückmeldungen für ihre Moderation erhielt.

Franziska Klinkert, Moderatorin des Workshops, absolviert ein Praktikum beim Geschichtsverein. Foto: Herforder Geschichtsverein

So könne das gestaltete Bodendenkmal zum attraktiven außerschulischen Lernort für die Schülerschaft von Herford und Umgebung werden. Auch für andere Gruppen sollten spezifische Zugänge erarbeitet werden. Diskutiert wurde ebenfalls über die Notwendigkeit personeller Ressourcen.

Besonders reizvoll empfanden die meisten Teilnehmenden den frauengeschichtlichen Aspekt („Stadt der starken Frauen“) des Projekts. Dazu böte sich die Erarbeitung von Zusatzausstellungen gemeinsam mit anderen Institutionen in Stadt und Region an. Dieser Aspekt stand auch bei der Namensdebatte im Vordergrund. Eindeutige Favoriten gibt es nicht. Mehrheitlich eher abgelehnt wurden Bezeichnungen, die sich auf eine Person beziehen oder den Ort unzureichend benennen. Die meisten zustimmenden Bewertungen gab es für den bereits verwendeten Arbeitstitel AFaM (Archäologisches Fenster am Münster) sowie für FAM (Frauen am Münster).

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