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Herforder Bibliothek eröffnet am 5. März wieder – Umbaukosten: 432.000 Euro

Ausleihen im Vorbeigehen

Herford (WB). So einfach war Ausleihen noch nie: Es braucht gerade einmal ein paar Sekunden, dann hat der Computer die Bücher erfasst. Lange Wartezeiten sind damit Geschichte. Die Stadtbibliothek präsentiert sich in neuem Gewand – hell, modern, schick. In einer Woche ist Wiedereröffnung.

Moritz Winde

Stefanie Redecker zeigt, wie einfach das Ausleihen am neuen Multifunktionsmöbel ist. »Man muss sich mit seinem Ausweis einloggen und ein Buch auf den roten Punkt legen. Der Computer erkennt es automatisch.« Redecker ist eine von zwölf Mitarbeitern. Foto: Moritz Winde

Nach zweimonatiger Umbauphase und Kosten in Höhe von 432.000 Euro, wobei 152.000 Euro vom Land NRW gefördert wurden, wird der normale Betrieb am Dienstag, 5. März, um 11.30 Uhr wieder aufgenommen. »Zur Vorbereitung auf die Wiedereröffnung bleibt die Bibliothek am 1. und 2. März leider geschlossen«, bedauert Leiterin Petra Beck.

Die Opening-Party soll dann aber umso ausgelassener sein: Das Erdgeschoss des Erich-Gutenberg-Hauses am Linnenbauerplatz ist nicht wieder zu erkennen. Vorbei das etwas angestaubte Ambiente von früher, »Herford ist wieder einmal Trendsetter«, bemerkt Bürgermeister Tim Kähler bei einem ersten Rundgang am Montagnachmittag.

Oder um es mit den Worten Oscar Wildes zu sagen: »Das Durchschnittliche gibt der Welt den Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.« Dieser Spruch des berühmten irischen Schriftstellers prangt an der Wand im Eingangsbereich, in dem zahlreiche Sitzmöbel zum Entspannen und Schmökern einladen.

Möbel mit jeder Menge Technik

Das Herzstück aber ist das Multifunktionsmöbel, eine Art Tresen im XXL-Format, das sich beinahe über die ganze untere Etage erstreckt. Anfangs sei sie etwas skeptisch bezüglich der Farbe gewesen, gesteht Petra Beck. Kein Wunder, Schwarz kann schließlich schnell erdrückend wirken. Doch inzwischen ist die Leiterin begeistert: »Dieser Industrie-Style ist richtig klasse.«

Der Clou: In dem Möbel steckt jede Menge Technik, das Regal denkt sozusagen mit. »Hier werden sämtliche Ausleihen durchgeführt«, sagt Petra Beck. Jedes der etwa 60.000 Medien verfügt über einen Transponder. Zieht man Buch, CD oder DVD über den Sensor erkennt es der Computer und speichert es im Benutzerkonto.

Ähnlich funktioniert die Rückgabe: Die Medien müssen nur noch abgestellt werden – das war’s. Petra Beck: »Wir haben wieder mehr Zeit für Beratungen. An Samstagen waren wir fast nur damit beschäftigt, Bücher zurückzunehmen.«

Die Leiterin hofft durch die neue Bibliothek »auf einen ordentlichen Schub«. Wobei das Haus offenbar ohnehin bei den Herfordern gut ankommt. Im vergangenen Jahr habe es 4388 aktive Kunden und 19 Prozent Neuanmeldungen gegeben.

Leiterin Petra Beck, Bürgermeister Tim Kähler und Andreas Kornacki (Geschäftsführer Kultur gGmbH) nehmen auf den Sofas Platz. Hier kann nach Herzenslust geschmökert werden. Foto: Moritz Winde
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