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Vollsperrung zwischen Herford und Löhne inzwischen acht Monate länger als geplant – Straßen NRW: „unglücklich gelaufen“

B61-Freigabe erneut verschoben

Herford/Löhne (HK). Autofahrer und Geschäftsleute brauchen noch mehr Geduld: Die B61 zwischen Löhne und Herford ist nach wie vor dicht, obwohl sie längst hätte freigegeben werden sollen.

Moritz Winde

Noch immer ist die B61 gesperrt. 2,5 Millionen Euro sind in die Sanierung der Straße geflossen. Foto: Moritz Winde

Dabei hatte Straßen-NRW-Sprecher Sven Johanning am 20. August dieser Zeitung gesagt, bis zur Freigabe werde es sich definitiv nur noch um wenige Tage handeln , nannte konkret als Zeitpunkt Ende vergangener Woche. Die ist vorbei, die Sperrung aber besteht weiterhin.

Am Freitag ruderte er zurück: „Der Termin ist nicht zu halten gewesen. Am Montag erfolgt zwar die Bauabnahme: Doch es ist klar, dass die Firma noch Kleinigkeiten zu erledigen hat. Wenn wir das Werk übernehmen, soll es natürlich tipptop sein.“ Sven Johanning hofft, dass der Verkehr in der ersten Septemberwoche endlich wieder rollen werde. Wann die Durchfahrt-verboten-Schilder tatsächlich abgebaut werden, hänge letztlich vom ausführenden Unternehmen ab.

Seit dem 7. August 2019 wird auf der B61 zwischen Schwarzenmoor und dem Wittel gebuddelt – und so lange ist die Straße bereits gesperrt. Auf etwa 2,2 Kilometer Länge wurde die Fahrbahn erneuert. Zusätzlich wurde die Einmündung der Alten Heerstraße mit einer Linksabbiegespur verbreitert, eine Querungshilfe eingebaut und die Ein- und Ausfahrspur mit einer Verkehrsinsel voneinander getrennt.

Behörde will Ablauf aufarbeiten

Im Bereich des Nagelsbaches wurde eine neue Brücke gebaut und die dortige Kurve auf 300 Metern abgeflacht. Eine Ferngasleitung musste verlegt werden. Auf der gesamten Baustrecke wurde ein Radweg angelegt. Die vorhandenen Straßenbreiten reichten nicht aus, um den Durchgangsverkehr neben der Baustelle führen zu können. Deshalb musste die B61 während der gesamten Bauzeit voll gesperrt werden.

All dies dauert nun schon acht Monate länger als geplant. Sven Johanning gibt zu: „Natürlich ist das nicht glücklich gelaufen und nicht in unserem Sinne.“ Zu Verzögerungen könne es angesichts der Großprojekte, mit denen sich Straßen NRW in der Regel befasse, immer kommen. „Das aber war eine Ausnahme. Die Abläufe waren sicher nicht ideal. Es hat viel zu lange gedauert.“

Schuldzuweisungen wolle er nicht machen. Innerhalb der Behörde werde die Angelegenheit aber aufgearbeitet, damit es nächstes Mal besser klappe. Sven Johanning gibt bei allem Verständnis für den Frust jedoch zu bedenken, dass es sich um eine komplizierte Baustelle gehandelt habe. Es sei etwas anderes, ob man auf der grünen Wiese baue oder eine bestehende Straße saniere. „Da kann es immer böse Überraschungen geben.“

Kommentar von Moritz Winde

Was soll man noch glauben? Eigentlich sollte die B61 zum Jahreswechsel fertig sein. Dann hieß es im März, dann Mitte August, dann Ende August – und nun ist klar, dass die Freigabe erst im September klappen wird.

Die ständigen Verzögerungen nerven Pendler und Geschäftsleute – und werfen kein gutes Licht auf die Bauplanung. Es geht hier nicht um eine Stichstraße, sondern um die Verbindung zwischen Herford und Löhne mit täglich mehr als 12.000 Fahrzeugen.

Eine doppelt so lange Vollsperrung wie ursprünglich geplant ist eine Zumutung.

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