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Intensive Bodenuntersuchungen am Hellerweg

Baugrund ist eine ehemalige Müllkippe

Herford (WB).Drei Mehrfamilienhäuser und zwei Einfamilienhäuser will die Archidea Immobilien- und Projektentwicklungs GmbH aus Herford am Hellerweg 79 errichten – und zwar auf dem Grundstück des ehemaligen Betonwerks. Die Planungen sind nicht neu. Ein entsprechender Bebauungsplan ist bereits vor zwei Jahren im Bauausschuss besprochen worden.

Ralf Meistes

So sieht das Gelände am Hellerweg 79 derzeit aus. Da die Gebäude einsturzgefährdet sind, ist das komplette Areal durch einen hohen Bauzaun gesichert. Unter dem ehemaligen Betonwerk soll eine wilde Müllkippe aus den 1960er Jahren liegen. Foto: Peter Monke

Das Gelände ist jedoch nicht ganz unproblematisch. Weil Teile des Areals in den 1960er Jahren offenbar als wilde Müllkippe genutzt worden sind, sind auch die Standortmöglichkeiten der Gebäude begrenzt. Bei Bodenuntersuchungen sind Verunreinigungen festgestellt worden, die auf teerhaltigen Straßenaufbruch, teerhaltige Anstriche, Aschen und Schlacken zurückzuführen sind. Auch Gartenabfälle sind hier entsorgt worden.

Ein Bürger hatte die Verwaltung unter anderem darauf aufmerksam gemacht, dass an dem Standort Hellerweg in den 1960er Jahren das Gelände mit Müll aufgefüllt wurde. „Die Baufenster des Bebauungsplanes sind im Plangebiet an den Stellen angeordnet, wo keine Beeinträchtigungen durch Altablagerungen zu erwarten sind“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Bauausschuss am heutigen Dienstag. Sollten bei den Baumaßnahmen dennoch Bodenverfärbungen oder Abfallstoffe vorgefunden werden, so sind die Bauarbeiten einzustellen und die Untere Bodenschutzbehörde des Kreises ist zu informieren.

Boden soll gefiltert werden

Eine Verschiebung der drei geplanten Mehrfamilienhäuser entlang der Grünen Straße in Richtung Süden ist aufgrund der Altablagerungen nicht möglich. Der verunreinigte Boden soll aber auch nicht abgetragen und ausgetauscht werden. Dies sei nicht wirtschaftlich, heißt es in einem Gutachten. Vielmehr soll der Boden aufgenommen werden und Altlasten wie teerhaltiger Straßenaufbruch, asbesthaltige Baustoffe, Hausmüll oder auch Holz herausgesiebt und ordnungsgemäß entsorgt werden. Der Rest des dann „gefilterten“ Bodens soll wiederverwendet werden.

„Alle Erdarbeiten sollten unter fachgutachterlicher Begleitung erfolgen“, heißt es im Gutachten von Dr. Hartmut Loh (GeoAnalytik, Bünde). Das Ingenieurbüro hatte die Bodenuntersuchungen bereits vor zwei Jahren vorgenommen.

Die im westlichen Bereich des Areals gelegene Böschung soll als private Grünfläche festgesetzt werden, die nicht bebaut werden darf. Der neue Geltungsbereich des Bebauungsplanes hat eine Größe von etwa 13.352 Quadratmetern.

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