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Stadtwerke wollen klären, ob Werre-Absenkung die Trinkwasserförderung beeinflusst

Bergertor: Sondersitzung abgesagt!

Herford (WB/pjs). Überraschende Nachricht aus dem Rathaus: Die für Dienstag, 29. Mai, angesetzte Sondersitzung des Bau- und Umweltausschusses zum Umbau des Bergertor-Wehres und zur Absenkung der Werre muss abgesagt werden. Zur Begründung heißt es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme: »Die Stadtwerke Herford haben dem Baudezernenten Dr. Peter Böhm heute Nachmittag ein Schreiben vorgelegt, in dem thematisiert wird, dass aus deren Sicht noch nicht abschließend geklärt ist, ob eine Veränderung des Wasserspiegels, deren Reichweite der Absenkungsauswirkungen (Stauwurzel) in den Bereich des Einzugsgebietes der Wassergewinnung Herford-Brunnenstraße hineinragt, eine Beeinflussung der Wasserförderung bedeuten würde.«

Senioren-Union-Vorsitzender Paul-Dieter Wiedemann (rechts) begrüßt Stadtführer Mathias Polster zum Vortrag über das Wehr am Bergertor. Foto: Peter Schelberg

Baudezernent: »Sachverhalt muss erst geklärt werden.«

Da aus Sicht des Baudezernenten der Sachverhalt erst geklärt werden müsse, »sah sich Dr. Böhm in Abstimmung mit dem Bürgermeister und dem Ausschussvorsitzenden gezwungen, die Sitzung kurzfristig abzusagen«, so die Mitteilung der Stadt weiter.

Senioren-Union diskutiert über geplanten Wehr-Umbau

Am Montagnachmittag hatte Mathias Polster vor Mitgliedern der Senioren-Union im Restaurant »Waldesrand« noch einmal Bedenken gegen die von der Verwaltung favorisierte Umbauvariante mit Absenkung des Wasserspiegels um 50 Zentimeter verdeutlicht. Der Stadtführer beleuchtete die Entwicklung der Innenstadt und ihre komplizierte Lage zwischen den Fluss- und Wasserläufen, von denen einige in der Vergangenheit zugeschüttet worden seien: »Darauf stehen heute zum Teil Häuser – und im Untergrund gibt es noch immer Wasserbewegungen.«

Stadtführer Mathias Polster warnt vor möglichen Gebäudeschäden

Viele Gebäude stünden in alten Überschwemmungsgebieten, wie beispielsweise in der Wiesestraße. Polster befürchtet, dass eine Werre-Absenkung und ein daraus resultierende Abfallen des Grundwasserspiegels zu Schäden an Gebäuden im Umfeld des Flusses führen könnte.

Viele Gebäude sind auf Holzpfählen gegründet

Viele seien auf Holzpfählen gegründet, die zu verfaulen drohten. Beim Wehr-Umbau in den 1970er Jahren habe ein Gutachter eine Absenkung um maximal 23 Zentimeter für unschädlich erachtet. »Wie kommt man dann heute zu der Erkenntnis, dass eine Absenkung um 50 Zentimeter nicht gefährlich wäre?«, fragte Polster.

»Verwaltung ist Antwort schuldig geblieben«

Eine Antwort bleibe die Verwaltung schuldig. Er forderte, vor einer Absenkung alle relevanten Kriterien zu untersuchen, auch Gefährdungspotentiale durch Schwemmsände und Torflinsen im Untergrund. Unklar sei zudem, auf welcher Basis diejenigen Gebäude ermittelt wurden, die im Einflussbereich einer Absenkung lägen.

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