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FDP-Neujahrsempfang: Regierungspräsidentin erstmals im Herforder Kreishaus – Waldjugend geehrt

Betont liberal, betont selbstbewusst

Herford (WB). Aus ihrer politischen Gesinnung macht sie keinen Hehl. Mit einer auffällig parteipolitischen Rede hat sich die neue Regierungspräsidentin Judith Pirscher am Sonntag beim Neujahrsempfang der Liberalen im Kreis Herford vorgestellt. Die 18. Auflage war so gut besucht wie noch nie: Etwa 200 Vertreter von Politik, Wirtschaft, Kultur, Kirche, Bundeswehr und vielen Organisationen waren ins Kreishaus gekommen.

Bernd Bexte

Stephen Paul (r.) und Frank Schäffler (l.) zeichneten die Waldjugend Hiddenhausen aus – hier vertreten durch Jasper (21) und Ronja Schüler (18) sowie Julia Bender (23, Mitte), mit auf dem Foto Marc Lürbke, stv. FDP-Fraktionschef im Landtag, und Judith Pirscher. Foto: Bexte

FDP-Mitglied Pirscher (52) – sie folgte vor gut einem Monat der ebenfalls liberalen Marianne Thomann-Stahl im Amt an der Spitze der Detmolder Behörde – widmete sich zunächst den Wahlerfolgen und -aussichten ihrer Partei, bevor sie zu den in der Einladung angekündigten Ideen für die Zukunft Ostwestfalen-Lippes kam. „Wir brauchen Liberale, die ohne Hysterie die Zukunft gestalten“, lautete mit Blick auf den sich verschärfenden öffentlichen Diskurs ihr Credo. Nicht alle Anwesenden goutierten die Einschränkung dieser Aussage auf die Anhänger ihrer politischen Richtung.

„Haben große Erwartungen an Sie“

Als „gebürtige Westfälin und gelernte Rheinländerin“ wolle sie „Botschafterin in beide Richtungen sein“: als Sprachrohr für OWL nach Düsseldorf und als Vermittlerin der Landespolitik in die Region. Die 52-Jährige gab sich selbstbewusst. Sie werde darauf achten, dass angesichts großer Themen wie einer möglichen Olympia-Bewerbung 2032 von Rhein und Ruhr oder dem milliardenschweren Kohlekompromiss OWL nicht vom Radar der Düsseldorfer Politik verschwinde.

Landrat Jürgen Müller hatte zuvor in seinem Grußwort die Latte jedenfalls hoch gelegt: „Wir haben große Erwartungen an Sie – aber sind auch sicher, dass Sie die erfüllen.“ Er mahnte Defizite seitens der Politik im Dialog mit den Bürgern an. „Hier müssen alle besser werden, nur so können wir die wachsende Politikverdrossenheit stoppen.“ Stephen Paul, Landtagsabgeordneter und als FDP-Kreisvorsitzender an diesem Vormittag Gastgeber, listete eingangs nicht nur anstehende Leuchtturmprojekte wie das geplante OWL-Forum in Herford oder den anstehenden Neubau der Kinderklinik auf, die ohne Landesförderung nicht umsetzbar seien.

Bürgerpreis an die Waldjugend Hiddenhausen

Er hatte einen ganz besonderen Wunsch parat: „Eine digitale Kfz-Zulassung ohne Wartezeit, so etwas muss doch möglich sein.“ Judith Pirscher scheint es wohl vernommen zu haben: Die Digitalisierung der Verwaltung sei ihr ein Herzensanliegen, nahm sie den Faden kurz darauf in ihrer Ansprache auf. OWL sei bereits digitale Modellregion. „Wir als Bezirksregierung sind Projektpartner.“

Kein Neujahrstreffen ohne Bürgerpreisverleihung: Die Liberalen zeichneten die Waldjugend Hiddenhausen aus. Schon lange vor der Fridays-for-future-Bewegung hätten sie sich um Umwelt- und Klimaschutz gekümmert. „Ihr pflanzt Bäume, schützt Insekten, pflegt den Wald – ihr übernehmt Verantwortung“, lobte Paul die 25 Mitglieder starke Gruppe, die in einem Vereinsheim am Schweichelner Wald ihr Zuhause hat.

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