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Glenn-Miller-Orchestra bringt den Swing ins Theater – Bühnenshow begeistert

Big Band in Bewegung

Herford (WB). Auch 70 Jahre nach der großen Ära des Swing ist der Sound frisch, unverbraucht und voller Lebensgefühl. Das 16-köpfige Glenn Miller Orchestra hat am Dienstagabend im Stadttheater mehr als 350 Besucher mit den Arrangements des begnadeten Big-Bandleaders der 30er und 40er Jahre begeistert.

Daniela Dembert

Das »Glenn Miller Orchestra« unter der Leitung von Wil Salden konserviert den einzigartigen Miller-Sound. Dazu gibt es eine sehenswerte Bühnenshow. Foto: Daniela Dembert

Orchesterleiter Wil Salden, der mit seiner Formation durch ganz Europa und Teile Asiens tourt, erklärte den Zuhörern den speziellen Glenn-Miller-Klang: »Das Geheimnis liegt natürlich in den Saxophon-Sätzen, die durch eine Klarinette ergänzt werden.«

Der Geschichte nach soll dieser spezielle Stil aus einer Not heraus geboren sein: Glenn Miller musste zu Beginn seiner Bandleader-Karriere einen erkrankten Trompeter durch eine Klarinette ersetzen und verpasste dem Orchester damit eine unverwechselbare Note. Neben den technischen Finessen zeichnete sich das Orchester unter der Leitung Glenn Millers, das rasend schnell durch Radio-Shows an Popularität gewann und in den 40ern auch für Filmauftritte verpflichtet wurde, damals durch das Intonieren eines Lebensgefühls aus.

Nicht anders beim studierten Akkordeon- und Klavierspieler Wil Salden und seinen Musikern heute, die den Arrangements Millers treu bleiben und das Genre Big-Band-Musik gekonnt inszenieren. Ständig sind die Musiker auf der Bühne in Bewegung, sei es durch rhythmische Choreografien, die stete Rotation der Solisten in den Bühnenvordergrund oder den Wechsel von reinen Instrumentalstücken und Gesangseinlagen.

Bei Stücken wie »In the Mood« und »Pensylvania 6-5000«, die sich selbst unter Laien eines riesigen Bekanntheitsgrades erfreuen, dürfte es im Saal wohl kaum einen Fuß gegeben haben, der nicht unweigerlich ins Wippen geraten ist. Der gebürtige Niederländer Wil Salden moderierte, sang und spielte sich am Klavier durch eine Show voller Abwechslung.

Sängerin Miett Molnar intonierte unter anderem zwei Stücke der Grande Dame des Jazz, Ella Fitzgerald. Bei einigen anderen Songs, unter anderem »Don’t sit under the apple tree«, holte sie sich die Verstärkung der »Moonlight Serenaders«, bestehend aus Bandleader Wil Salden, Saxophonist Peter Peuker, Trompeter Pascal Haverkate und Posaunist Hansjörg Fink, die kurzerhand die Instrumente beiseite stellten, zum Mikro griffen und perfektes Entertainment lieferten.

Anfang und Ende des Konzertabends markierte Millers Erkennungsmelodie, die »Moonlight Serenade«. »Einfach topp«, lautete das knappe Urteil von Zuhörer Andreas Guder. »Die Bewegungen, die Songs und die Arrangements vermitteln das Lebensgefühl, das mehr als ein ganzes Jahrzehnt geprägt hat«, sagt Jan Spanhofer begeistert. Gemeinsam mit einigen Mitschülern spielt der Teenager selbst in einer Swing-Band. »Wenn man selber diese Musik macht, bekommt man noch einen anderen Bezug dazu. ›In the mood‹ haben wir auch schon gespielt«, ergänzt Bandkollege Hendrik Geesmann.

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