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Mängel beim Brandschutz – Sanierung kostet 250.000 Euro

Bleibt das Herforder Theater länger geschlossen?

Herford (WB). Die Wiedereröffnung des Stadttheaters muss voraussichtlich verschoben werden. Mangelnder Brandschutz macht es erforderlich, dass die Stadt zunächst weitere 250.000 Euro in die Sicherheit investieren muss, ehe die Bühne bespielt werden kann. Hierüber sollen die Ratsmitglieder in der Sitzung am Freitag, 28. August, einen Beschluss fassen.

Ralf Meistes

Eigentlich sollte nach der coronabedingten Zwangspause der Spielbetrieb im Herforder Stadttheater ab dem 17. September wieder aufgenommen werden. Doch Mängel beim Brandschutz gefährden den Wiedereröffnungstermin. Die Sanierungsarbeiten sollen sechs Wochen dauern und 250.000 Euro kosten. Foto: Moritz Winde

Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur Herford gGmbH, bestätigte auf Anfrage den Sachverhalt. Die Sanierung werde voraussichtlich sechs Wochen dauern. Sollte der Stadtrat am 28. August der Bereitstellung der 250.000 Euro zustimmen, dann würden die geplanten Veranstaltungen im September ausfallen. „Es sei denn, wir finden Übergangslösungen, die den Spielbetrieb trotz laufender Sanierungsarbeiten ermöglicht“, sagt Kor­nacki.

Vorstellung mit 300 Besuchern

In der Vorlage für den Rat spricht sich der Geschäftsführer der Kultur Herford gGmbH eindeutig für eine Sanierung aus. Er weiß aber auch, dass dies keine leichte Entscheidung für die Ratsmitglieder ist. Sollte es in Corona-Zeiten eine zweite Welle geben, würde dies weitere Einschränkungen für den Theaterbetrieb nach sich ziehen.

Gerade mit Blick auf die treuen Theaterbesucher in Herford sollte die Stadt aber versuchen, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Grünes Licht soll es derweil mit Blick auf das vorgelegte Hygienekonzept vom Kreisgesundheitsamt geben. Bis zu 300 Besucher könnten demnach eine Vorstellung besuchen.

Obere Ränge bleiben geschlossen

Nach Informationen unserer Zeitung soll es beim Übergang zwischen dem Foyer und dem Garderobenbereich einen unzureichenden Brandschutz geben. Die Beseitigung der Mängel sei nicht nur teuer, sondern auch zeitaufwendig, schließlich müssen die Arbeiten in einem Gebäude ausgeführt werden, das unter Denkmalschutz steht. Die oberen Ränge können nicht genutzt werden, weil ein zweiter Fluchtweg fehlt. Ungewöhnlich erscheint, warum dies ausgerechnet jetzt, gut drei Wochen vor der Kommunalwahl, aufgefallen ist.

Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der Brandschutzmängel die Debatte über die Zukunft des Gebäudes neu entfacht wird. Denn dass das denkmalgeschützte Haus sanierungsbedürftig ist, wissen die Herforder schon lange. Es stellt sich nur die Frage, ob in den kommenden Jahren immer wieder sechs- bis siebenstellige Summen in ein Haus fließen sollen, das eigentlich durch ein OWL-Forum ersetzt werden sollte. Der Re-Start nach der coronabedingten Zwangspause sollte am 17. September beginnen.

Kühlwasser eingedrungen

Unterdessen wurde bekannt, dass der Abriss der angrenzenden Sporthalle des Ravensberger Gymnasiums (RGH) doch nicht spurlos am Stadttheater vorübergegangen ist. Andreas Kornacki, Geschäftsführer Kultur Herford gGmbH, sagt: „Bei den Betonschneidearbeiten ist Kühlwasser in die Studiobühne eingedrungen. Das ist wegen der hohen Temperaturen zum Glück schnell verdunstet.“ Zudem seien offenbar einige Setzrisse durch die Erschütterungen entstanden.

Kornacki nennt den Mangel überschaubar. Er geht nicht davon aus, dass dies zu dauerhaften Schäden am Stadttheater führen werde. Trotzdem will die Verwaltung wohl auf Nummer Sicher gehen: In den nächsten Tagen soll ein Ingenieur die Statik des Spielhauses überprüfen.

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