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Ratsherr Eckhart Klemens äußert sich zur Herforder Theater-Debatte

Brandschutzprobleme: FDP vermutet Trick

Herford (WB)

Die angekündigte Untersuchung des Theaters nach Brandschutzmängeln hält FDP-Ratsherr Eckhart Klemens für einen Trick, damit Bürgermeister Tim Kähler doch noch zu seinem OWL-Forum auf dem Gelände des Güterbahnhofs kommt.

Ralf Meistes

FDP-Ratsherr Eckhart Klemens äußert sich zu Brandschutzmängeln am Theater. Foto: Ralf Meistes

„Klug, aber durchschaubar eingefädelt“, überschreibt Klemens seine Stellungnahme. Am vergangenen Freitag hatte Bürgermeister Tim Kähler darauf hingewiesen, dass die Studiobühne des Theaters wegen Brandschutzmängeln nicht mehr nutzbar ist. Nun soll das gesamte Gebäude untersucht werden.

FDP-Ratsherr Klemens erinnert an den Ratsbeschluss vom Sommer, wonach zwei Türen, die vom Theatereingang zur Garderobe führen, aus Brandschutzgründen ausgetauscht werden sollen. Kostenpunkt: 250.000 Euro. Für Klemens viel zu teuer.

Jetzt, im Dezember, komme man zu der Erkenntnis ein Brandschutzgutachten für das gesamte Theater erstellen zu lassen, moniert Klemens. „Tja, das Pferd wird von der Verwaltung, wie schon beim Ravensberger Gymnasium (RGH), von hinten aufgezäumt. Der Bürgermeister sagt, man müsse aus Fehlern, die beim RGH gemacht wurden, lernen. Ist das ein Eingeständnis?“, schreibt Klemens.

Für die Sanierung des Theaters seien vor einigen Jahren geschätzte Kosten von sechs Millionen angesetzt worden, dann 15 Millionen und jetzt werden es vermutlich weitaus mehr sein, da die Brandschutzsanierungskosten hinzu kommen, vermutet Klemens. „Interessant ist die Frage des Herrn Kornacki (Geschäftsführer der Kultur Herford gGmbH, Anm. der Redaktion) in dem Zeitungsartikel: ‚Die Politik soll entscheiden, wenn das Gutachten vorliegt, ob es Sinn macht, in den Brandschutz zu investieren‘.“

Weiter schreibt Eckhart Klemens: „Auf Grund dieser Frage lese ich jetzt mal aus der Glaskugel. Es wird heraus kommen, dass die Sanierungskosten zuzüglich der Brandschutzsanierung des Theaters sehr teuer werden und zufällig wird auch der Sanierungsstau des Schützenhofes zur gleichen Zeit thematisiert werden. Die Kosten für die Sanierung sowohl des Theaters als auch des Schützenhofes werden bei weitem über 30 Millionen Euro liegen, so dass es den Eigenanteil von 30 Millionen beim Bau des OWL-Forums von 100 Millionen (60 Millionen Förderung sind zugesagt) übersteigt.“

So werde es als wirtschaftlich vernünftig erscheinen, einem OWL-Forum zuzustimmen – „das wird es der CDU leicht machen, ihr Ja dazu zu geben.“ Es werde also auf den Bau des OWL-Forums hinauslaufen. „Tja, klug aber durchschaubar eingefädelt“, schließt Klemens.

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