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Herforder Stadtgruppe mahnt Wende hin zu mehr Radverkehr an

BUND ist gegen neue Parkplätze

Herford (WB). Mehr Parkplätze für eine autogerechte Stadt sind nach Ansicht der Herforder Stadtgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) nicht akzeptabel – nach der Diskussion im Verkehrsausschuss über die künftige Parkraumstrategie warnt der BUND vor einem Rückschritt in Verkehrspolitik.

Braucht Herford mehr Platz für zusätzliche Parkplätze? Die Stadtgruppe des BUND meint Nein und verurteilt entsprechende Überlegungen als »alte Denkweise«. Foto: David Ebener/dpa

»Wollen wir noch mehr Pkw-Verkehr in die Innenstadt holen und damit die Gesundheitsgefährdung durch Stickoxide und Feinstaub weiter erhöhen?«, fragt die Gruppe. Die Forderungen nach noch mehr Parkplätzen oder gar nach weiteren Parkhäusern liefen konträr zu den Bemühungen der Stadt Herford, den Radverkehr zu steigern und Radfahrern sichere Radwege anzubieten.

Mehr Platz für Radler und Fußgänger

»Die jetzigen Überlegungen zeugen von einer alten Denkweise, wonach dem Auto immer Vorrang eingeräumt wurde«, sagt Peter Franzeck vom Naturschutzverband. Es sei erschreckend, dass in Herford die Notwendigkeit einer Verkehrswende und damit die langsame Reduzierung des Individualverkehrs nicht erkannt werde und weiterhin die alten Denkmuster existierten.

»Was ist mit dem Klimaschutzkonzept der Stadt Herford, wenn das Auto weiter Vorfahrt hat und die Stadt noch autogerechter ausgebaut werden soll?« Zusätzliche Parkplätze zögen noch mehr Autos an, ist sich der BUND sicher. Der Verein fordert, endlich eine Verkehrswende einzuleiten, damit mehr Platz für Radler und Fußgänger zu schaffen und einen besseren Öffentlichen Personen-Nahverkehr anzubieten: »Die Luftschadstoffe lassen sich so reduzieren und eine längere Aufenthaltszeit in der City erreichen.«

Einrichtung eines Bürgerbusses vorstellbar

Die Umweltschützer fürchten bei weiteren Parkplätzen mehr Flächenversiegelungen und Abholzungen von immer wichtiger werdenden Bäumen und Sträuchern in der Stadt. Bevor irgendwo eine Extrafläche neu zum Parken ausgewiesen werden sollte, müsse vorher erst einmal nach der Auslastung der anderen vier Parkhäuser gefragt werden.

Möglicherweise könnte es auch finanziell sinnvoller sein, die vorhandenen Parkhäuser attraktiver zu gestalten, als an verschiedenen Stellen neuen Parkraum zu schaffen, schreibt Franzeck. Heutzutage sei auch jedem zuzumuten, ein paar Schritte zu gehen und nicht vor Ort direkt parken zu können. Außerdem seien die Entfernungen von den Parkhäusern zu einzelnen Punkten in der Innenstadt gering.

Vorstellbar seien auch die Einrichtung eines Bürgerbusses oder Extrafahrten der Busbetreiber mit kleineren Bussen für Abendveranstaltungen, wie es ja beim Hoeker-Fest schon möglich sei.

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