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Durch Mobilität soll mehr Selbstbestimmung ermöglicht werden

Caritasverband Herford erhält ein neues Auto

Herford

Die Caritas in Herford ist ab sofort mit einem neuen Flitzer unterwegs, um Menschen in Not zu helfen. Möglich gemacht hat die Anschaffung eine Spendenaktion. Jetzt wurde das Auto feierlich überreicht.

Von Niklas Gohrbandt

Die Koalition aus 36 Sponsoren und der Firma Sichtfelder machte die Neuanschaffung des Autos für den Caritas-Verein möglich. Foto: Niklas Gohrbandt

Mit einem 18-köpfigen Team betreut der Caritasverband im Kreis Herford 180 Personen, die oftmals aus psychischen Gründen Probleme haben, ihren Alltag zu meistern.

Für sie können alltägliche Dinge wie Arztbesuche oder Einkäufe eine große Herausforderung sein – eine Vertrauensperson der Caritas begleitet die Betroffenen daher.

Allerdings fehlen dem Verein Fahrzeuge, um zu und mit den Menschen fahren zu können. Mehrere dutzend Sponsoren haben daher zusammengelegt, um ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Es wurde am Freitagmittag bei bestem Wetter feierlich dem Verein übergeben.

Die Firma Sichtfelder GbR aus Oerlinghausen, die sich unter anderem auf Sozialmarketing spezialisiert hat, macht es möglich: Man habe die 36 Sponsoren über einen Zeitraum von knapp vier Monaten zusammengetrommelt, um dem Sozialverein zu einem Renault Kangoo zu verhelfen, erklärt Lars Lambracht von Sichtfelder. Zudem seien langfristig weitere Fahrzeuge geplant. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der 36 beteiligten Sponsoren feierten Werbeagentur und Caritas mit Bratwürstchen und Getränken die Übergabe.

Viele Menschen brauchen Unterstützung

Die Dankbarkeit darüber war beim Verein groß: „Es ist für die Menschen, die wir betreuen, die Mitarbeiter und die Sponsoren eine Win-Win-Win-Situation“, sagt Ulrich Paus, Vorstand des Caritasverbandes Bielefeld, in seiner Ansprache. „Es gibt viele Menschen, die im Kreisgebiet Unterstützung brauchen. Die Sponsoren leisten dabei einen wichtigen Anteil.“

Auch Thomas Veling, in Herford verantwortlich für betreutes Wohnen, freut sich sehr über das neue Fahrzeug: „Sozialarbeit und Eingliederungshilfe braucht Mobilität. Wir können so auf Menschen zukommen, die selbst keine Hilfe ‚abholen‘ können, und ermöglichen so auch das selbstbestimmte Wohnen außerhalb unserer Einrichtungen.“

Betroffene haben oft psychische Krankheiten

Das Groß der Arbeit habe die Firma Sichtfelder geleistet, betont er. Die meisten der Betroffenen litten unter Krankheiten wie Schizophrenie und Depressionen, die ihnen soziale Kontakte oft praktisch unmöglich machen. In der Öffentlichkeit seien sie von Desorientierung, Verfolgungswahn und vor allem gesellschaftlicher Ablehnung geplagt.

„Viele Menschen leiden so stark unter ihren Erkrankungen, dass sie ihr Äußeres zum Teil vernachlässigen, was viele Menschen abstößt.“ Unter dem Motto „Helfen statt Heilen“ steht die Selbstbestimmung der Betroffenen im Mittelpunkt, um am gesellschaftlichen Miteinander teilnehmen zu können. Das neue Fahrzeug sei dafür ein „großer Mehrwert“, so Veling.

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