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Doppelausstellung im Elsbachhaus wird mit Lesung eröffnet

Collagen für eine bessere Welt

Herford (WB). Das Traumschiff als Flüchtlingsboot, der Müll auf dem Meeresgrund soll zurück zu den Verursachern: Politische Themen spielen in einer Ausstellung im Elsbachhaus eine wichtige Rolle.

Hartmut Horstmann

In eine Art Klappaltar aus Wachs hat Christiane Palm-Hoffmeister (rechts) die UNO-Menschenrechtsvereinbarung hineingearbeitet. Annette Hüdepohl zeigt eine ihrer Collagen, in denen eine Frau mit einem Fächer zu tanzen scheint. Foto: Hartmut Horstmann

Zur Eröffnung eine Lesung

Die neue Präsentation, an der zwei Künstlerinnen beteiligt sind, wird am Dienstag, 26. Februar, um 19.30 Uhr eröffnet. Die Vernissage ist verbunden mit einer Lesung – denn eine der Künstlerinnen, Christiane Palm-Hoffmeister, trägt eigene Gedichte und Texte vor.

Nach Herford kam die in Syke lebende Frau durch Annette Hüdepohl, die andere Ausstellungskünstlerin. Sie hätten sich auf einer Sommerakademie zum Thema Collage kennengelernt und dabei viele Berührungspunkte festgestellt, erläutert Palm-Hoffmeister. Ein Besuch in Herford führte sie auch ins Elsbachhaus und sie begann, sich für dessen Geschichte zu interessieren. Spätestens seit der Beschäftigung mit ihrem Vater, der als Richter in der Nazi-Diktatur tätig war, ist ihr das Thema NS-Zeit sehr wichtig.

Liebe zum Schönen

Daher empfindet sie das Elsbachhaus als passenden Ort für ihre engagierten Collagen. Schon früh habe sie Themen wie Migration aufgegriffen.

Ähnlich politisch ist Annette Hüdepohl ausgerichtet, die vor 14 Jahren als Sozialpädagogin nach Herford gekommen ist. Seit einigen Jahren ist sie Rentnerin und hat seitdem Zeit, »ihren Hang zur künstlerischen Arbeit auszuleben«. Dabei geht es Annette Hüdepohl nicht nur um einen kritischen Blick auf Themen wie Armut oder Umweltzerstörung, sondern auch um Ästhetik.

Denkanstöße beabsichtigt

Sie habe eine Liebe zum Schönen und wolle Denkanstöße geben, sagt die Herforderin. Der Betrachter solle durch ästhetische Bilder dazu gebracht werden, sich mit schwierigen Themen auseinander zu setzen, ergänzt Christiane Palm-Hoffmeister, die 30 Jahre als Psychologin gearbeitet hat und in Syke in einer alten Wassermühle ein Kulturzentrum betreibt.

Wichtig bei einer Collage ist das Zusammensetzen unterschiedlicher Elemente, so dass sich daraus etwas Neues ergibt. Bei Palm-Hoffmeister stammen die Fundstücke vor allem aus Zeitungen, zu den Besonderheiten Annette Hüdepohls zählen die genähten Collagen. Die Doppelausstellung ist bis zum 12. April zu sehen.

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